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putationstag auf eine Vertretung Seitens der Preise, zu halten sei. Und bald wurde
die kaiserliche Politik auch selbst hinter diese Position zurück gedrängt.
Am 24. Februar a St., dem Glückstage weiland Kaiser Karl V., waren die
österreichischen Truppen bei Jankau in Böhmen von den Schwedischen auf das
Haupt geschlagen worden. Im März gelangte die Kunde davon nach Westfalen. Der
o-efangene Hatzfeldt war Ferdinands bester General, das geschlagene Heer seine letzte
nennenswerthe Mannschaft gewesen. Jetzt musste er nachgeben. Im ersten Schrecken
versuchte man am Congress einen Waffenstillstand zu erlangen 90 ). Die kaiserlichen
Gesandten beriethen mit den kurfürstlichen darüber. Sie wünschten, dass die Me
diatoren dahin zielende Vorschläge bei den verbündeten Kronen machen sollten. Diese
mussten dann aber erklären, dass dafür wenig Neigung vorhanden sei.
Unterdessen drang Torstenson siegreich bis Wien vor, und auch Ragoczy in
Siebenbürgen regte sich "wieder. Die Kaiserstadt löste sich in voller Flucht auf;
Ferdinand voran • eine Friedrichsflucht nannten es die Kaiserlichen wohl selbst 91 ).
Die Bestürzung der Katholiken war gross; nur der Kurfürst von Baiern hoffte,
bald mit einer neuen°Macht im Felde erscheinen zu können. Auch die spanischen
Gesandten riethen eifrig zur muthigen Fortsetzung des Krieges; hatten sie doch kurz
die freudige Nachricht von der glücklichen Ankunft einer neuen Silberflotte
zuvor
erhalten. Zudem waren die Verluste der Schweden ebenfalls nicht unbedeutend
gewesen.
\ber so waren die Verhältnisse. Ein einzelner Sieg konnte auf die Dauer
kaum viel Einfluss haben, da man nicht mehr die Mittel hatte, ihn zu verfolgen. Und
doch war der Eindruck dieser einzigen Schlacht so, als hätte von ihr Alles, der Aus-
o f 7**tViT»io’PTt Krieges abgehangen. In hellen Haufen, heisst es, zog man
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nun nach dem Congresse, von dem man allein noch das Heil erwartete 92 ) Die Eifer
sucht auf das schwedische Waffenglück, meinte man dann wieder, würde die Franzosen
zum Bruche mit dieser Krone treiben, und dann würde ein wirklicher Religionskrieg
entbrennen Baiern Hess eben eifrig in Paris verhandeln. Als man dem kaiserlichen
Gesandten Volmar mittheilte, dass die Aussichten auf einen Waffenstillstand sich zer
schlagen hätten da rief er aus: „Ergo pugnandum aut moriendum, aut serviendum,
denn das Messer ist uns an die Gurgel gesetzt“ 93 ).
Die nächste Fohm des Tages von Jankau aut dem diplomatischen Kriegs
schauplätze war, dass der Kaiser sich nun endlich für eine Verlegung des Deputations
tages auf den Congress entschied. Aber schon konnte das nicht mehr genügen. Es
»<>) ib. 37 6 ff.
,JI ) Chem. IV. 5. c. 10.
»9, urk. u. Act. I. 867, darnach Tuf. 1. § 15, velut agmine facto.
23 ) y. Meiern I. 39 6.

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