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Dein Etatsrath Professor Dr. Litzpiann und dem Medicinalinspector Prof. Dr. Bockendahl
wurde der rothe Adlerorden 4. Klasse; unterm 28, September dem Conferenzrath Prof. Dr. Ratjen
und dem Kirchenrath Prof. Dr. iMdemann der rothe Adlerorden 3. Klasse verliehen.
Unterm 8. December wurde der Professor Lie. theol. A. Klostermann in Kiel von der
Universität Göttingen honoris causa zum Dr. der Theologie promovirt.
b) Abberufungen, Peusioniruugeu, Todesfälle.
Unterm 18. Februar 1868 wurde der Professor der juristischen Facultät zu Kiel Dr. Dove
in gleicher Eigenschaft an die -Universität Göttingen versetzt (Verordnungsbl. 1868, St. 40, S. 493).
Am 5. Juli starb der Professor Dr. Colberg. Aus der Kieler Zeitung entnehmen wir den
folgenden dem Verstorbenen gewidmeten Nachruf:
Am 5. Juli verstarb in seiner Heimath Halle a./S. Dr. August Colberg, Professor Ordinarius
für pathologische Anatomie an unserer Universität. Nur wenige Jahre war es ihm vergönnt, bei uns
und für uns zu wirken. Nachdem er als Privatdocent in Halle sich durch wissenschaftliche Forschungen
und seine Erfolge als Lehrer rühmlichst hervorgethan, folgte er 1864 einem Rufe hierher und ward
hier, nachdem er bald darauf eine Berufung nach Tübingen abgelehnt hatte, ordentlicher Professor.
Im September 1866 gründete er sich, eine liebenswürdige Frau aus Halle heimführend, eine definitive
Häuslichkeit, deren Glück nur zu bald durch sein Leiden unterbrochen werden sollte.
Colberg hatte sich fast niemals einer vollständigen Gesundheit zu erfreuen, aber bis dahin
war doch kein Grund zu ernstlichen Besorgnissen vorhanden gewesen. Jetzt begann ein ununter
brochenes Kränkeln, welches er selber wol nicht ganz ohne Grund den nachtheiligen Wirkungen
des Aufenthalts im anatomisch-pathologischen Institut zuschrieb, dessen Feuchtigkeit in der That so
aro- war, dass ein grosser Theil der Schätze seines langjährigen Fleisses, eine reichhaltige Sammlung
mikroskopischer Präparate aus den verschiedenen Krankheitsgebieten, durch Verschimmelung zerstört
ward. Trotzdem ihm die Mittel nicht gewährt waren, einen Assistenten oder auch nur einen Diener
für die vielen ekelhaften und lästigen Nebenarbeiten, wie sie mit der ihm überantworteten Anstalt
nothwendig verknüpft sind, zu halten, reichten seine Energie, seine seltene Gewissenhaftigkeit und
sein wissenschaftlicher Eifer noch aus, um ihn unter fortwährender Zunahme seiner Krankheit bis
Neujahr d. J. seinen Pflichten als Lehrer ununterbrochen nachkommen zu lassen.
Aber diese Thätigkeit zehrte alle seine Kräfte auf, einen hoch angewachsenen Stoss ange
fangener Arbeiten, über Knochenkrankheiten, über Neuran, über Nierenkrankheiten, zu denen die
vorzüglichsten Zeichnungen bereits abgefertigt waren, musste er unvollendet liegen lassen. Vor allem
lag ihm die Vollendung der letztgenannten Arbeit am Herzen, die er noch bis zuletzt abschliessen
zu können gehofft hatte; gerade sie handelte von dem Leiden, an welchem er selbst zu Grunde ging,
dessen von ihm so genau studirte Studien an sich selbst zum letzten Male zu beobachten und voraus
zusagen ein hartes Geschick ihm auferlegt hat.
Wenig trat Colberg aus dem kleinen Kreis seiner Berufsgenossen heraus, wie seine zart
besaitete Natur das Bewusstsein, einen Nebenmenschen gekränkt zu haben, nicht ertrug, wie er
Niemanden eine Bitte abzuschlagen über’s Herz brachte, so fühlte er sich andererseits leicht verletzt
und zog sich dann lieber zurück, als dass er sein Recht durch lauten Widerspruch hätte erkämpfen
mögen. War eine solche Natur auch nicht darauf angelegt, vieler Leute Freund zu werden, so haben
die wenigen, denen er sich anschloss, ihn um so höher geschätzt, und Niemand, der in sein Bereich

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