Full text: (Band VII.)

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dem ersten Mann Geschenkte voraus, und theilte das übrige Vermögen des ersten Ehemanns mit 
der Tochter erster Ehe. Die Vormünder reservirten diesem Kinde das Erbrecht aut' den Nachlass 
der Mutter. Nach dem lode derselben, die aus der zweiten Ehe zwei Kinder hinterliess, hat nach 
Krohn die Tochter mit dem Stiefvater und den Kindern zweiter Ehe den Nachlass der Mutter nach 
Köpfen zu theilen. 
5) 1758 den 1. März disputirte unter W’s. Präsidio pro licentia Heinrich Ad. Krohn de re- 
tractu gentihtio juris Germanici universalis provocantem in fundata intentione omnino constituente. 
Der Respondent nennt sich Auctor, er unterscheidet universale und particulare deutsche Gewohn 
heiten, und bei den ersten diejenigen, die in allen Theilen Deutschlands Vorkommen, und solche, die 
in den meisten Gegenden üblich sind. Der Grund des Erbrechts sei das Condominium, daraus 
folgert der Verfasser das Retractsreeht, dessen Gültigkeit er in einer Reihe von Statuten nachwies. 
6) Winkler schrieb zum 1. März 1758, an welchem II. I). Krohn zum Doctor creirt und II. 
A. Krohn die licentia ertheilt werden sollte, ein Programm de venditore ad facultatem poenitendi 
ipsi, si decimam partem pretii solvent, jure Lubecensi concessam in casu emtionis arra interveniente 
perfecte celebratae frustra provocante. Die Arrha, sagt W, ist ein Zeichen des perfccten Vertrags 
und gestattet Keinem zurückzutreten. Beide Candidaten waren Söhne des Lübecker Bürgermeisters 
11. G. Krohn und Enkel des Bürgermeisters Heinrich Balemann. 
7) 1758 im August zur Promotion des Advokaten G. I). Iden zu Stade die Dissert, de jure 
circa flumina. Der Verfasser erörtert das in Beziehung auf die Flüsse geltende Recht; nach Röm. 
Recht sei der Gebrauch der Flüsse frei, nach deutschem Recht gehöre die Benutzung zu den Re 
galien u. s. w. Der Präses erklärt in einem gedruckten Schreiben an den Respondenten, dass dieser 
durch seinen Promotionswunsch den Kummer über den Tod der Frau des Präses gemindert habe. 
8) 17G0 disputirte unter W. pro facultate etc. der Hamburger Johann Heinrich DetenhoJ}’ de 
mortuis a jure in vitam revocatis.' Der Respondent nennt sich Auctor, er führt den Fall an, nach 
dem ein in der Schlacht Gefallener bei der Excusatio gegen Vormundschaften als lebend angesehen 
wird, ferner dass der captivus jure postliminii seine Rechte wieder erhält u. s. w. , 
9) 1760 disputirte pro licentia unter W. der Lübecker J. J. Melle de donatione remuneratoria 
feminae Lubec. solo curatoris consensu valida. Der Respondent, Secretär der Kammer in Lübeck, 
nennt sich Auctor, er behauptet, das Lübsche Recht I. tit. 9. Art. 4 scheine auch auf remunerator. 
Schenkungen zu gehen, aber diese Absicht sei unbegründet. Der Verfasser beruft sich auf eine ihm 
von Dreyer mitgetheilte Decision des Raths zu Lübeck, die 1493 an Tondcrn gegeben sei, und auf 
ein Lübsches Erkenntniss von 1755. 
10) 1702 disputirte unter W. Andreas Christoph Ahrens aus Mecklenburg, Procurator in Lü 
beck, pro licentia de tündamento praelationis, quo jure Lubecensi gaudent in successione liberi 
fratrum Gormanoruin prae fratribus unilateralibus. Der Respondent nennt sich Auctor, ertheilt am 
Schluss ein Zcugniss des Lübecker Rechts vom 4. März 1758 mit, wornach seit 1005 in Lübeck 
das Vertretungsrecht bei Brüder- und Schwesterkindern dergestalt in Betracht gekommen, dass sie 
an ihrer Eltern Stelle treten, nicht nur mit ihrer verstorbenen Eltern Geschwister zur Erbfolge 
kommen, sondern auch halbbürtige Brüder und Schwester ausschliessen. 
11) 1765 disputirte zur Promotion Dietr. Gerh. Hopfners, Hamburg, Canonicus, de collationc 
juris provincialis Hadelensis cum jure civili circa materiam succcssionis. Die im Lande Hadeln 
gültige 1 estamentsfbrm stammt aus dem Canon. Recht, der Begriff des Erbguts ist auf Immobilien 
beschränkt, der Verfasser weist dann die Abweichungen des Intestaterbrechts nach.
	        
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