Full text: (Band VII.)

nicht hier am Orte gedruckt sein kann, da die angewandten Typen zum Theil 
niemais hier in Kiel vorräthig gewesen sind. Hierauf wurde die gerichtlich constatirte 
Fälschung der London Medical Registration Office mitgetheilt, und dieselbe aufgefbrdert, zur Ent 
deckung des Thaters die nöthigen Schritte einzuleiten. Gleichzeitig wurde Herr Newby davon in 
Kenntniss gesetzt, dass das eingesandte Diplom gefälscht sei, und er wurde aufgefbrdert, Alles mit- 
zutheilen, was zur Entdeckung des Betrugs fuhren könnte. Von der London Medical Registration 
Office ist indess in dieser Angelegenheit keine weitere Mittheilung eingegangen. Herr Newby aber 
hat geschrieben, er sei ausser Stande, darüber Anderes anzugeben, als dass ein ihm unbekannter 
Mensch, der sich John Doe genannt (ein Name, der in der Gerichtssprache in England dem N. N. 
entspricht), sich für einen Agenten der Universität zu Kiel ausgegeben habe, welcher die Erwerbung 
medicinischer Doctordiplome vermittele. Er habe demselben, wie verlangt wurde, eine geschriebene 
Dissertation nebst einer namhaften Geldsumme eingehändigt und dafür nach Verlauf einiger Zeit 
das betreffende Document in Empfang genommen. Wer dieser John Doe eigentlich gewesen und wo 
er später geblieben sei, könne er nicht angeben und es würde auch wohl schwer zu ermitteln sein. 
Er, Newby, sei durch ihn schändlich betrogen worden und er drückte der Facultät seinen Wunsch 
aus, sich nunmehr nachträglich den Doctorgrad bei der medicinischen Facultät zu Kiel wirklich zu 
erwerben. Die hacultät hat ihm hierauf erwiedert, dass sie seit einer Reihe von Jahren den Doctor 
grad nur nach vorher abgehaltenem Examen crthcile; falls er also den medicinischen Doctorgrad 
hier zu erlangen wünsche, würde er sich hier persönlich einfinden und sich einem eingehenden 
Examen über die verschiedenen medicinischen Disciplinen in deutscher oder eventuel lateinischer 
Sprache unterwerfen müssen. Herr Newby hat sich indessen zu einem solchen Examen nicht ge 
stellt und das gefälschte Diplom ruht bei den Acten. p 
In der philosophischen Facultät wurden rite promovirt: 
1) Hermann Behrns aus Maasleben (diss. de argumento et scena Hecubae Euripideae). 
2) Job. Willi. Boysen aus Neuenkirchen (diss. de eompositis apud Graecos vocabulis). 
3) Willi. Gerrnar aus Heide (diss. de ethicorum Nicomacheorum libb. VII.—X). 
4) Job. leier Julius Betersen aus Kliplev (diss. de oraculi Delphici auctoritate in Lace- 
daemonioruni rebus). 
In absentia wurden promovirt: 
1) Ed. Knoop aus Westphalen (diss. de vencficio per strychninuni). 
2) Jlarald Thaulow in Christiania („de pharmacopoea Norvegica optime meritum“). 
3) Moritz Alle, Assistent der Sternwarte in Krakau (diss. de methodis variis perturbationes 
speciales dictas computandi). 
4) Georg Alfred l/ansniann aus Neustadt-Eberswaldc (diss. de ovis avium Europarn habi- 
tantium). 
Vier Bewerbungen um die Doctorwürde mussten wegen ungenügender Dissertationen zurück 
gewiesen werden.
	        
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