Full text: (Band VI.)

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den grossfürstlichen Antheil Holsteins einstweilen sequestriren, *) kam so wenig zur Ausführung, 
wie der Plan des Austausches damals verwirklicht wurde. 
Während der vormundschaftlichen Regierung des Bischofs Christian August und der Regierung 
des Herzogs Carl Friedrich waren bedeutende Schulden gemacht durch Görz’s und Bassewitz s Admi 
nistration, durch die Entschädigungen an Wedderkopp und Andere, so wie dadurch, dass der Herzog 
längere Zeit ohne Land war, und die von einigen Höfen bewilligten Gelder nicht ausreichten. Graf 
Demath hatte, wie schon berührt worden, mehrere Anleihen gemacht, wofür Satrupholm verpfändet 
worden, der Herzog hatte wegen dieser Forderung 1717 und 1719 Versicherungsacte ausgestellt.**) 
An den Freiherrn von Bemstorff waren 1719, um Reisegeld für den Herzog zu erhalten, drei Trit- 
tauische Dörfer Saems, Pampau und Elmenhorst verkauft,***) später, 1729, machte Hannover auf 
dieselben Anspruch, und nach langen Verhandlungen gingen sie 1736 an Hannover über, welches 
dem Fürstlichen Hause ein Geldquantum bewilligte. Im Jahre 1724 waren Theile des Amts Trittau: 
Reitbrock, Netteiburg etc. an die Stadt Hamburg mit aller Landeshoheit und Gerechtigkeit salvo 
jure reemtionis für 50,(XX) Rtlilr. überlassen, 1728 war cine Gover sehe Schuld von 70,000 Rthlr. eon- 
trahirt und dafür Juwelen, die zu 100,000 Rthlr. taxirt worden, verpfändet.****) 
Nach dem Tode des Herzogs Carl Friedrich wurden die Schulden vermehrt. Der Kammer 
präsident Thede berichtete über die während der Administrationsregierung von 1740—45 entstandenen 
Schulden und gab diesen Bericht vom 14. Juli 1745 dem Russischen Envoy« Korf bei dessen An 
wesenheit in Kiel.f) 
In dem Testamente des Herzogs Carl Friedrich war bestimmt, dass der Principal -Vormund 
wo nicht 4000, doch wenigstens 3000 Rthlr. Gehalt haben solle. Thede sagt, der Bischof Adolph 
Friedrich habe zu Anfang der Administration erklärt, dass er wegen der ganz erschöpften Casse ein 
Mehreres nicht als 12,000 Rthlr. an Administrationsgeldern verlange. Ausser diesen 12,000 Rtlilrn. 
waren nach Thede noch 8000 Rthlr. Administrationsgelder in Ausgabe gebracht und die desfallsigen 
Bemerkungen des Revisionssecretärs Nasser von dem Geh. Legationsrath Holmer zurückgewiesen. 
Wegen einer Anleihe bei einer Madam von Mehlen in Holland waren Juwelen verpfändet, statt 
dieses Pfandes ward 1741 eine Hypothek in Tremsbüttel bewilligt. Nachher wurden diese Juwelen 
dennoch verkauft. 
Im Jahre 1740 waren auf Befehl des Administrators unter Direction des Geh. Legationsraths 
von Holmer, unter Beihülfe des Camineragenten Mussaphia, transportable Landobligationen zu 
40,000 Rthlr. ausgestellt und verkauft. In 2 Jahren sollten diese Obligationen eingelöst sein, 1745 
waren Obligationen zu 45,000 Rthlr. uneingelöst. Im Jahre 1734 wurde der mit Hamburg 1724 
abgeschlossene Contract erweitert und von Hamburg 10,(XX) Species gezahlt, ff) 
Bei der Hamburger Bank, so wie bei den Gebrüdern Witte und Schulz in Hamburg waren 
Pretiosen, Medaillen, fünf Kisten Silberzeug und Juwelen versetzt, und 1750 nicht eingelöst. Nach 
13. , ,22. April 
*) Lynar, Bd. 1, S. 522. 535. Depeschen vom — April und ^ 1751. 
**1 Verzeichniss der Handschriften der Kieler Univorsit. Bibi. Bd. 1, S. 149. 152. 153. 
*«*) Ibid. Bd. l, S. 170—172. Lackmann in Falck's Samml. zur Kunde etc. Bd. 3, S. 85. 
♦«**) Diese Data sind enthalten in einem Promcmoria, welches Ernst Joachim Westphalen 30. Mai 1750 auf ein 
Promemoria von Eliendsheim schrieb. Vergl. Verzeichniss der Handschriften, Bd, 1, S. 174. 255. 256. 
f) Vergl. Verzeichniss der Handschriften, Bd. 1, S. 156. 
ff) Vergl. Vcrzcichniss der Handschriften, Bd. 1, S. 255. 256. Ein Concept des Vertrages von 1734, 20. Novbr., ist 
unterzeichnet: 1. F. (Adolph Friedrich), G. v. B (olmer), E. J. v. IV (estphalen), Äf. F. v. II (olmer). 7m dem Lcih- 
vertrag war beauftragt der Confcrenzrnth und Cammerpräsident Joh. Ludwig Muhlius.
	        
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