Full text: (Band VI.)

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ligt, welches Kaiser Carl VI. ihm darnach am 10. October 1725 beilegte.*) Am 21. Mai/1. Juni 1725 
hatte sich der Herzog mit der Grossfiirstin Anna vermählt, und kam, als die Verhältnisse in Russland 
weniger günstig schienen, 1727 in sein Holsteinisches Erbland, welches ihm 1720 wieder eingeräumt 
worden war. Am 21. Februar 1728 ward Carl Peter Ulrich geboren,**) die Mutter starb am 15 
Mai 1728, ihre Leiche ward im feierlichen Zuge auf eine Russische Fregatte gebracht. Der Herzog 
errichtete am 8. December 1731 zu Kiel sein Testament, und fügte 15. December 1734 ein Codicill 
hinzu, er ernannte seinen Vetter Friedrich August, den Sohn des 1726 gestorbenen Bischofs Christian 
August, zum Tutor und Premier-Vormund seines Sohnes Carl Peter Ulrich und zum Präses des 
Conseils, er überging also den ältern Vetter, den Bischof Adolph Friedrich, den älteren Bruder von 
Friedrich August. Zu Mitvormündern wurden der im Geheimen Rath sitzende Hofcanzler und die 
Cabinetsräthe der Kammer und der Justiz ernannt. Der Testator übertrug das Amt eines Executors 
der Rom. Kaiser! Majestät und den Kreisausschreibenden Fürsten des Niedersächsischen Kreises. 
Der Herzog starb 18. Juni 1739 und hinterliess den elfjährigen Sohn Carl Peter Ulrich. Der Prinz 
Friedrich August erklärte Kiel 22. Juni 1739: Demnach äusserlich verlauten wollen, dass in einem 
bei der Reichscanzlei hinterlegten Testament des Herzogs Carh Friedrich wegen Führung der Vor 
mundschaft und Landes-Administration zu seinem Faveur disponirt worden, sothane Tutel und 
Administration seinem Bruder, dem Bischof Adolph Friedrich als proximo agnato gebühre, derselbe 
sie 1 auch übernommen: so wolle er sich keines Andern anmaassen —. Mittelst Schreiben des Bischofs 
und Administrators vom 13. Juli 1739***) bat der Herzog! Geh. Legationsrath von Moll in Wien 
den Kaiser um Publication und Communication des Testaments, Prinz Friedrich August schickte 
seine Renunciation vom 15. Juli 1739 nach Wien. Schon am 14. Juli d. J. war durch ein gemein 
schaftliches Patent des Königs Christians VI. und des Bischofs Adolph Friedrich den Unterthanen 
erklärt: dass der letztere als proximus agnatus die Tutel und Landesadministration angetreten und 
übernommen habe; von Seiten des Reichs wurden keine Erinnerungen gemacht. 
Der junge unmündige Herzog Carl Peter Ulrich ging, als seine Mutterschwester Elisabeth den 
Russischen Thron bestiegen, nach Petersburg, er kam daselbst 8. Februar 1742 an und ward zum 
Grossfürsten des Russischen Reichs ernannt. Der Vormund und Administrator Adolph Friedrich 
ward am 3. Juli 1743 zum Schwedischen Thronfolger gewählt und ging im October 1743 nach 
Stockholm) er behielt die Bischöfliche Regierung, schlug aber dem Capitel vor, seinen Bruder 
Friedrich August zum Coadjuctor zu wählen; das Dor*capitel wählte darauf am 30. August 1743 
diesen Prinzen zum Coadjuctor. Vor der Reise nach Schweden erliess der Bischof am 14. September 
1743 ein Patent, welches von M. F. v. Holmer contrasignirt ist, und bestimmt, dass bei der ihm 
ferner obliegenden Vormundschaft des regierenden Herzogs zu Schleswig-Holstein während seiner 
Abwesenheit das Geh. Conseil in Kiel autorisirt sei, die Nothdurft in allen vorkommenden Fällen 
„bis an Uns zu beobachten und vorzukehren.“ Am 7. Mai 1745 ward dem Herzog Carl Peter Ulrich 
*) Vergl. Val. Auf/. Ileinze Kielisches Magazin, Bit. 1, S. 241—245, Bd. 2, S. 308—327, Kiel 1783—86 , wo 
Dreyer ein Bedenken mitgetheilt hat, welches in Stockholm gegen die Bewilligung des Frädicats, Königliche Hoheit circulirto. 
Uassewitz, Gesandter des Herzogs in Stockholm, bemühte sich für seinen Herrn um diese Ehre und erreichte sein Ziel. Vergl. 
Verzcichniss der Handschriften der Universitäts-Bibliothek, Bd. 1, S. 165. 
**) Der Herzog und seine Gemahlin landeten 24. Aug. 1727 in Kiel und hielten 26. Ang. ihren feierlichen Einzug" 
Bei der Taufe des Prinzen fanden auch von Seiten der Universität grosse Festlichkeiten statt, es sollten nach des Curators 
Willen zur Bestreitung der Kosten 2 Procent vom Gehalt abgezogen, ein neuer Bcctormantel angcschaflt werden; die Herzogin 
wohnte am 5. April 1728 einer Glüchwünschungsrede der Universität bei. 
***) Dieses Schreiben hat ausser der Unterschrift des Administrators noch die von G. v. Ilolmer P. Faulten E 
J. Westphalen und M. F. v. Holmer.
	        
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