Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1859 (Band VI.)

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Die 1760 Lubecae et Altonae erschienenen (35) monumenta anecclota virorum post fata illu- 
strium et clarorum enthalten Westphalens schediasma de fatis rei diplomat. Cimbricae*), idea historiae 
literariae Islandorum von dem frühem Glückstädter Prediger Nie. Peter Silbern, und M. Normanni 
codex antiquiss. juris Vandalo-Kugiani compilatus circa init. seculi 16: dat olde Wendische Rugianische 
Land-Recht prim. ed. Dreyer hat dieses Landrecht ohne Bemerkungen abdrucken lassen. Das letzte 
der monumenta ist das chronicon Holsatiae rhytmicum ab a. 1199 usque ad 1225 e cod. vet. chart.,**) 
die Chronik geht jedoch bis 1231. jOr. giebt weder an, nach welcher Handschrift der Druck ge 
macht, noch gedenkt er des Drucks bei Staphorst. So eben (im Juli 1860) ist diese Reimchronik 
mit Angabe der von dem Verfasser für dieselbe benutzten Quellen wieder gedruckt in Lappenlerg's 
Hamb. Chroniken, H. 2, S. 193. 
ln demselben Jahr, 1760, erschien (36) in dänischer***) Sprache in den Schriften der 
Kopenhagener Gesellschaft der Wissenschaften, D. 8, Kioebenh. 1760, 4., S. 155—170, eine Abhand 
lung Dreyers über eine silberne Denkmünze, auf deren einer Seite ein Brustbild steht, mit der 
Umschrift: H. T. V. Holstein. Seines. Alters XXXI Jar., auf der andern drei gegen einander stehende 
Schilde, auf deren einem ein längliches Kreuz zwischen den Buchstaben H. T. über einem gehörnten 
Mond. Die Umschrift dieser Seite ist: Es stedt Alles In seiner Macht MDXXXV, 
Diese Abhandlung Dreyers ist, wie andere, mit etwas Rückhaltung auch wohl mit Eile ge- 
*) Westphalen erwähnt unter andern, p. 15, den Untergang der in der Oldenburger Kirche ehemals verwahrten Ur 
kunden, er habe sich 1742 deshalb nach Oldenburg gewandt, aber erfahren, dass die Documente und Bücher, welche er 14 
Jahre vorher dort in der Kirche gesehen, aus Unkunde umgekommen, verkauft und verbraucht seien. Professor Chrisliani hat 
in üeinze’s Sammlung zur Geschichte, Bd. I, VI, 5, S. 389 einen Nachtrag zu Weslphalen’s Abhandlung geliefert. Der 
Canzler W. habe sich wegen der auf die Oldenburger Kirche bezüglichen Urkunden nach Rom gewandt, und sei von dort auf 
die Oldenburger Kirche verwiesen. Die Urkunden und Bücher, welche in der Kirche verwahrt wurden, seien vor 1733 als 
Papier verbraucht worden. Dreyer führt in seiner erwähnten notitiae librorum mss. periculum I, S. 86 u. 87 gleichfalls an, 
dass die päbstliche Regierung sich auch Urkunden und Nachrichten aus dem Norden verschafft habe und dass, nach Reinboth’s 
Behauptung, im Vatikan Bordesholmer Urkunden vorhanden sein sollten. Dass sein verehrter Onkel sich in Rom erkundigt 
habe, sagt er nicht, so gern er sonst sich auf den Onkel beruft. W. sagt (mon. III, p. 635 Anm.), dass er die Bücher der 
Oldenburger Kirche benutzte. Bei den accessiones ad justit. Lubcc. heisst es: Repertus est (cod.) olim Oldenburgi in aedicula 
templo vicina, qua hodieque codd. nonnulli et libri antiqui custodiuntur. Tom. 3 erschien im J. 1743. 
**) Vcrgl. Ralck’s Samml. der wicht. Abhandb, Bd. 2, S. 39 — 43 über den Abdruck in Staphorst Hamb. Kirchen 
geschichte, Th. 1, Bd. 2, Beil. 3, S. 118, Hamb. 1725. 
***) In seiner Biographie bei Koppe, S. 80, sagt Dr., diese Abhandlung finde sieh auch in dänischer Sprache in den 
Schriften der Königl. Societät der Wiss.; Dreyer's Biograph Iiaumgarten hat dies auch in nur verwandelt, und wird wohl 
Recht haben. Die Abhandlung wird bei der Uebersetzung in’s Dänische wohl einzelne Aenderungen erfahren haben; so wird 
Professor Muhlius ein Commentar zugeschrieben om Religionens Forandring i Dänemarks Naboc-Landc besünderlig Jydland; 
cs ist gemeint die Abhandlung: de reformationc religionis in vicinis Daniac regionibus et speciatim in Cimbrin recepta, Rein- 
both wird geschildert als ein Mann „dannet til at beskrive Jydland“, es ist die Rede von seiner Kunde des Herzogthums 
Schleswig. Job. David Köhler's historische Münzbelustigung heisst: amoenitates histor. numismat. Ich denke, Dreyer hat 
seine Abhandlung lateinisch geschrieben, und sie ist für die Gesellschaft der Wiss. übersetzt. Köhler nennt Muhlius nicht, 
aber aus Reinboth's handschriftlicher Briefsammlung sieht man, dass J. L. Muhlius eine Münzsammlung hatte, seinen Onkel 
Reinboth aufforderte, diese zu besehen und ihm beim Verkauf der Doubletten behältlich zu sein, so wie dass Muhlius an Köhler 
Münzen zur Bekanntmachung sandte. Professor und Generalsuperintendent Muhlius, der Vater des Conferenzraths Muhlius, 
war in zweiter Ehe mit einer Schwester Reinboth’s verheirathet. Lackmann bedauert in einem Briefe an Reinboth vom 
26. Nov. 1747 , dass dieser seit dein Tode des Generalsuperintendenten nicht mehr nach Kiel komme. J. L. Muhlius, aus 
der ersten Ehe des Letztem, schreibt seinem Onkel von Kiel, 2. Juli 1750, „obgleich mein Vorrath sich eigentlich nicht 
weiter als auf Ihaler erstrecket, so sind darunter doch auch solche Stücke, welche — bisher gänzlich unbekannt gewesen und 
nur durch Köhler, welchem ich selbige seit etlichen Jahren mitgetheilt, entweder bereits bekannt gemacht, oder doch auf- 
bchalten werden, um in seinem zwanzigsten und letzten Theil —. Damit meine Zubringer niemahlen verdricsslich gemacht 
würden, habe ich nicht leicht ein Stück zurück gesandt —.“
	        
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