Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1859 (Band VI.)

50 
die Feuerprobe, gegen die Meinung Mehrerer, der vorchristlichen Zeit zu, und bezieht sich dafür 
auf Sophokles Antigone. 4h. 2, 1017 -1030 enthält das alte Pehrnarsche Landrecht; das spätere 
Landrecht von 1558, welches bei Br. Th. 2, S. 1031 u. folg, abgedruckt ist, ist wieder in dem 
corp. Statut. Slesvic., Bd 1, S. b80 gedruckt, so wie die Neumünsterschen Kirchspiolsgebräuche, 
welche Br. Th. 2, S. 1053 nach Fr. von Saliern's hochdeutscher Uebersetzung abdrucken liess, von 
dem Amtmann Seestern-Pauly, Schleswig 1824, 4. wieder herausgegeben sind. Leider trifft Brey er 
bei den von ihm besorgten Abdrücken alter Gesetze und Urkunden derselbe Tadel, den Ileinboth 
Westphalen machte, dass nicht immer und nicht genau die Handschriften, welche er benutzte, ange 
geben sind, wie denn Seestern-Pauly die Saldem’sehe oder Sailern sehe Handschrift nicht hat ermitteln 
können. In dem zweiten Theile ist S. 1109—1128 noch das Recht der vier friesischen Harden von 
1559 gedruckt, so wie S. 905—926 die schon oben erwähnte Anmerkung*) Breyers von der Bestim 
mung der treuen Hand nach Art. 1 u. 2, tit. 3, lib. HI und Art. 12, tit. 1, lib. III des Lübschen 
Rechts. Diese Artikel will Br. nach der gesunden Vernunft und dem unwandelbaren natürlichen 
liecht, nicht nach Röm. Siibtilitäten erklären, und sie deshalb nicht auf das eigentliche Depositum 
beschränkt wissen.**) 
Im dritten Theil ist die wichtigste Abhandlung Breyers von den Wirkungen der Genossen 
schaft, Comparität, Ebenbürtigkeit oder Standes- und Geburtsgleichheit nach teutschen Rechten. 
Dreyer weist die Standesgleichheit nach bei den Richtern, den Fürsprechern, den Zeugen, dem 
Kampfrecht, den Ehen und der Verweigerung der Aufnahme der Knechte in den Städten. Abge 
druckt sind in 4h. 3 eine Abhandlung von J'. C. von Friccius über die Haraldin. Gesetze, und von 
Krohn de Lubeca Suartoniuna so wie das Apenrader Stadtrecht von 1284 und die Apenrader Skraa 
von 1335 in deutscher Sprache. Beide Statuten sind in deutschem und lateinischem Text wieder 
gedruckt in corp. stat. Slesvic., B. 2. Br. hat einige Anmerkungen hinzugefügt, z. B. über den 
Gebrauch des 12 Mannen-Eides, der noch 1630 in Holstein abgestattet wurde, über den Ausdruck 
Skraa gleich schriftlichem Gesetz u. a. In diesem dritten Theil steht auch die Eiderstedter Krone 
der Wahrheit von 1426 (nicht 1428), die bei Richthofen, S. 561, wieder gedruckt ist. Br. hat bei 
seinem Abdruck die Quelle desselben nicht angegeben. 
In der Vorrede des dritten Theils verwirft Br. die Ansicht von Friccius und Reinboth über die 
Haraldinischen Gesetze, und deutet Adams von Bremen Worte: eum tarn nostro populo quam Tran- 
salbianis et Fresonum genti leges et jura constituisse auf ungeschriebene Sanctionen, von denen sich 
wahrscheinlich Stücke im Sachsenspiegel und dem Nordfriesischen Recht befinden würden. Friccius 
hatte „eum“ nicht auf Harald Blaatand, sondern auf den Erzbischof Adaldagus bezogen. Br. hat 
den Streit über die Harald. Gesetze auch in den Beiträgen zur Literatur der Nord. Rechtsgel., Hamb. 
1794, S. 156—159 erwähnt. 
Br. schrieb 1755, (30), nach seiner Angabe auf Verlangen des Herzogs Carl Friedrich, eine 
Anmerkung von dem ehemaligen mit Stadtrecht und mit Lübschem Recht bewidmeten itzigen Kirch 
dorf Zarpen. Diese von Br. in seiner Einleitung, S. 275, genannte Abhandlung, die in den Lüb. 
Anzeigen 1755 n. 28 steht, kenne ich nicht, so wie nicht (31) Breyer’s in der bibliotheca nova Lubec. 
vol. 8, p. 38—66, 1857 gedrucktes schediasma iiterarium de lautiori stipendio, quo Lubecens. indi- 
genis in Coloniensi collcgio XII bursae coronarum prospexit H. Dwergius canon. Lubec. 
Aus den Jahren 1758 und 1759 sind (32) zwei Briefe Br. gedruckt in (Ziegra’s) freymüthigen 
Beyträgen zu den Hamburger Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit, Bd. 4, Hamb. 1776, 
*) Sic erschien zuerst 1753 in den Schl.-Holst. An/,. 
**) Die Abhandl. steht handschriftlich in üreyer’s responsis juris Germanici 1, S. 65.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.