Full text: (Band II.)

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judicium, erörterte in dem ersten Tlieile unter seinen Argumenten auch die quatuor 
causae, in dem zweiten Theil handelt Ramus von Axiomen, Syllogismen und der 
Methode. Es giebt nach R. nur Eine Methode, vom Generellen zum Speciellen. Ein 
warmer Anhänger von P. Ramus war der Basler Professor Joh. Thom. Freig 24 ), der 
selbst sagt: Mihi in philosophia multos annos coeco Ramus instar Christi fuit 25 ). In 
seinem Pandekteneompendium nach der Legalordnung oder Paratitla seu synopsis 
pandectarum juris civilis 26 ), die später als Wesenbeck’s Lehrbuch erschienen, giebt 
er, wenn er eine Materie etwas ausführlicher erörtert, wie Dig. IV. 4. und V. 1., die 
species, die causae, elfectus, adjuncta und dissentanea an, und berücksichtigt dabei die 
causa efficiens, materialis, finalis und formalis, aber man kann diesen enthusiastischen 
Schüler des Ramus nicht nach den vier causae charakterisiren. 
Matth. Wesenbeck, dessen Leben Gundling erzählt 27 ), hat in Deutschland die 
Methode, nach Legalcompendien, das Recht zu lehren und zu lernen, wesentlich ge 
fördert, er schrieb, um die rechte Methode zu zeigen, eine Methodologie des Rechts, 
die freilich später erschien, als seine Anwendung dieser Methode 28 ). Nach dem In 
stitutionenstudium muss, nach Wesenbeck’s Ansicht, zuerst eine Uebersicht der Pan 
dekten, des Codex und der Decretalen nach der Titelordnung mit Berücksichtigung der 
generellen und singulären Titel gegeben werden. Bei jedem Titel sind Definitionen 
und Eintheilungen voranzuschicken, die causae der Materie jedes Titels, so wie die 
effectus, adjuncta, affinia, contraria, die actiones mit ihren cognata, adjacentia und 
exceptiones sind zu erörtern. Nach einer solchen Titelübersicht muss man sich mit 
den einzelnen leges und constitutiones, so weit sie noch praktische Gültigkeit haben, 
beschäftigen. Die Hauptschrift Wesenbeck’s, an welche sich längere Zeit bis Lauter 
bach das juristische Studium in Deutschland anschloss, worüber Mehrere, Bachov, 
Hahn, Brunnemann Noten und Commentare schrieben, sind seine paratitla oder sein 
commentarius in pand. et codicem. Er hat darin geleistet, was er in seiner Metho 
dologie als Haupterforderniss für ein einfacheres Rechtstudium aufstellte, eine geord- 
24 j J. Th. Freigius vita Rami steht vor seiner Ausgabe von P. Rami praelectiones in cice- 
ronis oratt. octo consulares, Basileae 1580. 4. Freig gab auch die opera Audomari Talaei, des 
Hauplfreundes und Genossen von Ramus, heraus, Basil. 1576, 4, und schrieb Basileae 1582 de 
logica jureconsultorum. 
25 ) in vita P. Rami, p. 45. 
26 ) Basil. 1583. 8. 
27 ) I. c. 
28 ) Prolegomena jurisprudentiae de finibus et ratione studiorum librisque juris. Lipsiae 
1584, 1585. 8. Seine oeconomia juris, eine Uebersicht des Römischen, des Lehn- und canoni- 
sehen Rechts, erschien 1571 und wieder 1579, seine paratitla werden schon 1567 erschienen sein, 
später sind sie unter dem Titel commentarius in pandeclas et cod. mehrmals gedruckt. Seine Me 
thode findet sich auch in seinen nach seinem Tode gedruckten Commentarii in tit. cod. de pactis 
et de fide instrumentorum. Witebergae 1594. 8.
	        
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