II. Abt. V.
Allgemeine Nachrichten.
95
8 3.
. Das Vermessen der Plätze auf den Jahrmärkten und deren
Anweisung erfolgt am Freitag vor dem jedesmaligen Markte.
ffllit dem Aufstellen der Buden und Marttgeräte darf im
Anschluß hieran bereits am Freitag begonnen werden.
Das Wegnehmen bezw. Abräumen der Buden und Markt-
Seriite mutz am folgenden Donnerstage beendet sein.
8 4 -
Für die Jahrmärkte wird der Wtlhelmplatz, für die Vieh-
»nd Pferdemärkte der Exerzierplatz bestimmt.
8 s.
Von den diese Märkte Beziehenden ist ein Standgeld nach
°en Vorschriften des dieser Marktpolizet-Verordnung als Anlage
beigefügten Tarifes über die Erhebung des Marktstandsgeldes
iür die Stadt Kiel vom ^ ^ 1802 zu entrichten.
Das Standgeld wird an den beiden letzten Markttagen von
°en mit der Einziehung des Marktstandsgeldes beauftragten
Personen erhoben. ' ,
. Das Standgeld für die Vieh- und Pferdemärkte muß bet
dein Auftrieb der Tiere auf den Marktplatz entrichtet werden.
8 °.
Dte Anweisung der Stände und Plätze auf den Jahrmärkten
"folgt nach dem Ermessen der Polizeibehörde.
, Denjenigen, welche regelmäßig die hiesigen Märkte beziehen,
wll bet zeitiger Anmeldung, soweit angängig, der schon an
früheren Märkten von ihnen benutzte Platz wieder eingeräumt
werden.
II. Wochenmärkte.
8 7-
Marktplätze für den Wochenmarktverkehr sind:
t. der Exerzierplatz,
s. der Vtnetaplatz,
s. der Blücherplatz,
4. für den Verkauf frischer Fische außerdem der Platz am
Ftscherleger.
8 s-
Die Wochcnmärtte auf dem Exerzierplätze finden an jedem
Mittwoch und Sonnabend, auf dem Vinetaplatze an jedem
Dienstag und Sonnabend, auf dem Blücherplatze an jedem
Montag und Donnerstag statt.
Fällt aus einen dieser Tage ein Feiertag, so finden die
Wochenmärkte an dein vorhergehenden Tage statt. Ist auch
dieser ein Feiertag, so fällt der Markt aus.
Der Verkauf von frischen Fischen am Fischerleger findet
werktäglich statt.
Wenn die Ware das richtige' Gewicht hat, so ist die Gebühr
von dem Käufer, sonst von dem Verkäufer zu zahlen.
8 >4.
Sämtliche zum menschlichen Genuß dienenden Nahrungs
mittel müssen i» umadelhastcm, die Gesundheit in keiner Weise
gefährdenden Zustande zu Markte gebracht werden.
Werden verfälschte, verdorbene oder sonst der Gesundheit
nachteilige Lebensmittel auf dem Markte vorgefunden so hat der
Verkäufer nach gesetzlicher Bestimmung nutzer der Bestrafung die
Beschlagnahme der Gegenstände zu gewärtigen.
8 is.I
Unreifes Obst muß dem Käufer als solches bczsichnet werde».
Der Verkauf unreifen Obstes an Kinder ist verboten.
8 16.
Sämtliche Marktwaren müssen auf Tischen zum Verkaufe
gestellt werden. Das gleiche gilt von solchen Waren, welche
bestellt oder bereits verkauft, sind, solange sie noch von den
Verkäufern ausbewahrt werden.
Verkaufsltsche werden den Verkäufern auf Verlangen von
den Marklpolizetbeamten gegen eine Gebühr von 5 s für das
Quadratmeter zur Verfügung gestellt.
8 17.
Federvieh darf nicht gefesselt zu Markte gebracht, oder in
diesem Zustande feilgeboten werden. Das Tragen des Federviehs
an den Beine», so daß der Kopf nach unten hängt, ist verboten
und wird als Tierquälerei bestraft. Es ist ferner verboten, in
einem Korbe oder sonstigem Behältnisse mehr Stück Federvieh
zu Markte zu bringen oder feilzubieten, als das Behältnis aus
reichend Raum gewährt, daß ein Tier neben dein andern, ohne
sich gegenseitig wegen Raummangels zu drücken, auf dem Unter
boden des Behältnisses fitzen kann.
:S 18.
Wagen oder sonstige Fahrzeuge, welche behufs Anfuhr auf
den Marliplatz gebracht werden, müssen sofort entladen und
dann von demselben entfernt werden. Das Entladen hat ohne
Unterbrechung zu erfolgen.
8 18.'
Hunde dürfen auf dem Markt nur an kurzer, höchstens i Meter
langer Leine mttgeführt werden.
Soweit Hunde als Zugtiere benutzt werden, sind sie gleich
den anderen Zugtieren nach bewirkter Anfuhr von dem Markt
plätze zu entfernen oder so festzubinden, daß sic weder die Markt
besucher belästigen, noch ihr Fahrzeug fortbewegen können.
8 20.
Hemmung des Verkehrs in den Marklreihen, insbesondere
durch zweckloses Umherstehen, ist untersagt.
Tie Marktzeit für die regelmäßigen Wochenmärkte auf dem
Exerzierplatz, auf dem Vtnetaplatz, sowie auf dem Blücherplatz
dauert in der Zeit vom i. April bis zum 30. September von
Morgens 7 Uhr bis nachmittags l Uhr, vom i. Oktober bis zum
3i. März von morgens 8 Uhr bis nachmittags i Uhr.
Der Verkauf von frischen Fischen am Ftscherleger findet
werktäglich bis l Uhr nachmittags statt.
Die Anfuhr aus den Märkten darf frühestens eine halbe
Stunde vor Beginn desselben erfolgen: spätestens eine dreiviertel
Stunde nach Beendigung der Märkte müssen diese geräumt sein.
8 io-
Gegenstände des Marktverlehrs sind die im § 66 der Reichs-
Scwerbeordnung aufgeführten, nämlich:
1. rohe Naturerzcugnisse mit Ausschluß des größeren Viehes;
2. Fabrikate, deren Erzeugung mit der Land- und Forst-
wtrtfchafk, dem Garten- und Obstbau und der Fischerei
in unmittelbarer Verbtnduyg steht, oder zu den Neben
beschäftigungen der Landleüte der Gegend gehört, oder
durch Tagelöhnerarbeit bewirkt wird, mit Ausnahme der
geistigen Getränke;
s. frische Lebensmittel aller Art.
8 ii.
bestimmten —
Ei» eigenmächtiges Wechseln der Marktstände ist verboten.
8 12.
... Für die Gegenstände des Wochcnmarktes muß jeder Ver
käufer, soweit der Verkauf dieser Gegenstände nicht nach Stückzahl
I?°lgt. die zum stumessen und Zuwägen erforderlichen vor-
V«ftsmätzig geeichten Platze und Gewichte, sowie richtige
Wagen zur Stelle haben. .
(i, Nicht flüssige Nahrungs- und Genußmittcl dürfen nur nach
Gewicht, Stückzahl oder Bundzahl verkauft werden. 8
8 18.
v Auf Verlangen des Käufers müssen die gekauften Waren auf
N von der Polizeibehörde auf dem Marktplätze aufgestellten
Wägen gewogen werden, wofür bei einem Gewichte bis zu
kg 2 bei einem größeren Gewichte bis 25 kg 5 bet
—n je 26 kg je 6 4 «bis zum Höchstgewicht von soo kg) an
' zu entrichten sind.
Während des Marktes ist der Verkehr über den Marktplatz,
soweit letzterer für den Marktvcrkehr bestimmt ist, für Fuhr
werke, Reiter und Radfahrer gesperrt.
8 22.
Das Verlaufen von Wochenmarktsartikeln jeder Art auf dem
Marktplätze im Umherziehen ist verboten; jeder Verkäufer hat
von der ihm angewiesenen Verkaufsstelle aus feilzubieten.
Es ist verboten, Abfälle von Gemüsen, faules Obst oder
anderen Unrat auf den Marktplatz zu werfen. Zur Ausnahme
derartiger Abfallstofe haben die Verkäufer geeignete Behälter
bei sich zu führen.
8 23.'
Das Standgeld auf den Wochemnärkten ist gemätz den Be-
stimmungen des Tarifs für die Erhebung des Marktstandsgeldes
in der Stadt Kiel vom ^ 1902 an jedem einzelnen Markt
tage zu entrichten und sofort nach Einnahme des Standplatzes
an der Marktkasfe zu bezahlen.
Ueber die Entrichtung des Marktstandsgeldes wird dem
Verkäufer eine gedruckte Bescheinigung erteilt. TteseBcschetnigung
ist während der Dauer des Marktes aufzubewahren und jedem
Poltzeibeamten auf Verlangen vorzuzeigen.
Glaubt ein Verkäufer mit der Höhe des Standgeldes über
bürdet zu sein, so steht ihm die sofortige Beschwerde an den
Magistrat zu, zunächst hat er jedoch den geforderten Betrag an
Marktstandsgeld zu bezahlen. “
Wer die Zahlung desselben verweigert, hat die sofortige
Wcgwetsung vom Markte zu gewärtigen.
8 24.
Den Anordnungen der mit der Ausübung der Marktvoltzet
beauftragte» Exelutivbeamlen ist seitens der Marktbesucher un
bedingt Folge zu leisten. -U"cve,uct,er UN,
8 25.
Uebertretungen dieser Polizeiverordnung ziehen sofern
nicht höhere Strafen durch die Bestimn.ungen der Reichs- oder
Landesgesctze angedroht sind, nach § 140, 6 der Rcichsaewerbe-
ordnung eine Geldstrafe bis zu so Jl, im Unvermögensfalle ent
sprechende Haftstrase nach sich.
Die vorstehende Alarklpolizeiverordnung findet auf die Vieh-
markte, die auf dem Vrehhose abgehalten werden, keine An
wendung.

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