II. Abt. V.
Allgemeine Nachrichten.
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__ 5. Für Pofldanipfer auf der Linie Ktel-Korsör kann nach
-Wahl des Zahlungspflichtigen an Stelle des tarifmäßigen Hafen-
Mdes für die einzelnen Fahrten eine jährlich im voraus zahlbare
Abfindungssumme von 2 Jt für jedes Kubikmeter Nettoranmgehalt
Ijürichlet werden. Tiefe Abfindungssumme gilt auch für diejenigen
schiffe, welche nur vorübergehend an Stelle der regelmäßig
fahrenden Dampfer als Pofldanipfer eingestellt ivcrden iReserve-
fchisfe).
«. Für Schifte, welche gewöhnlich auf der Kieler Forde bis
»ur Seegrenze außerhalb des abgabenpstichtigen Hasengcbtets
As Lagerfahrzeuge liegen und dieses nur aufsuchen, um ohne
Benutzung städtischer Anlagen unmittelbar von anderen Schiften
lauter zur Ergänzung ihrer Lagerbestände zu übernehmen, kann
Nach Wahl des Zahlungspflichtigen an Stelle des tarifmäßigen
Hafengeldes für die einzelnen Fahrten eine im voraus zahlbare
Abfindungssumme von 3 «j für jeden Monat und für jedes
Kubikmeter Rettoraumgehalt entrichtet werden.
II. 41» Schiffsliegegeld.
1. Bon Schiffen, die länger als 21 Tage zum Löschen oder
^-aden im abgabenpstichtigen Hafcngebiete liegen, für je 7 Tage
aer weiteren Liegezeit und für jedes Kubikmeter Nettoraum-
«ehalt z 4.
2. Von Schiften, welche, ohne zu löschen oder zu laden, länger
als si Tage im abgabenpstichtigen Hafengebietc liegen, für jeden
folgende,i Zeitraum von so Tagen und für jedes Kubikmeter
Nettoranmgehalt s 4.
3. Von Baggern und Schwimmkränen, die länger als 7 Tage,
ahne in Arbeit zu sein, im abgabenpstichtigen Hafeugebtcle liegen,
für jede» folgenden Zeitraum von 30 Tagen und für jedes kubik-
»icler Ncitoraumgehalt 3 4.
4. Bon Schwimmdocks, die im abgabenpstichtigenHafengebiete
uegen, jährlich je soo M.
Ausnahme»
Leistete einen bestimmten megepiai! augewic,e» ecguucn
aabe» für jeden Zeitraum von so Tagen nur so 4 zu entrichten.
III. 4tu Stellagegeld
Jür die Lieferung der zum Löschen und Laden von Schiffen nötigen
Gerüsthölzer lEtellagehölzerj für jedes Kubikmeter Rettoraum-
lfehalt des Schiffes 2 4.
IV. A» Schuppen- und firangeld
Ilir die Benutzung der an der Bollhörn belegenenGüterschuppens
und 8 und der dort aufgestellten Kräne:
1. an Aufnahmegeld von allen Gütern, die in die Schuppen
aufgenommen werden, für je 100 kg 4 4,
2. an Lagergeld für die Lagerung von Gütern in den
Schuppen für je 100 kg und jeden Tag 3 4,
3. an Krangeld für das Kranen von Gütern für je 100 kg 2 4,
4. an Ueberfinndengeld für die Benutzung der Schuppen oder
Kräne aufterhalb der gewöhnliche» Arbeitszeit, welche
von der Hafenkommtffton durch Aushang in den Schuppen
bekannt gemacht wird, für jede Stunde:
a) für Schnppcnverwaltcr ... 7b 4,
dl für jede» Kranwärter ... 66 „
c) für jeden Schuppenarbeiter . 60 „
Ausnahme» zu IV 2.
, Lagergeld ist nicht zu entrichten für solche Güter, die nur
ms zum Ablauf des auf die Aufnahme folgenden Werktages im
Schuppen gelagert werde».
Anmerkung. Das für den Betrieb innerhalb der Schuppen
stud für den Beirteb der Kräne erforderliche Personal wird von
® er Eladt gestellt: für die übrigen zur Bewegung der Güter
Außerhalb der Schuppe» erforderlichen Arbeitskräfte hat der
Benutzer der Schuppen und der Kräne zu sorgen.
V. 41» strangeld.
a) Für die Benutzung der an den Kais freistehenden Kräne:
1. mit Handbetrieb für je loa kg 3 4, jedoch mindestens
26 4\
2. mit elektrischem Betriebe für je too kg 6 4, jedoch
mindesten» 40 4.
b) Für den Kranwärter für jede auch nur angefangene
Stunde 65 4.
Anmerkung. Tie erforderlichen Arbeitskräfte, abgesehen
von dem Kramvärter, find von dem Benutzer der Kräne zu stellcu.
VI. A» sonstige» Gebühre».
1. Für die Ausfertigung eines BrückenzcttclS IS 4.
. 2 - Für die besondere Ermittelung des NctloraumgehaltS oder
°ar Tragfähigkeit eines Schiffes beim Nichtvorzeigen des Schtffs-
"ietzbriefes oder EtchfcheinsS 20 4.
«Befreiungen.
Befreit find von der Entrichtung
I. des .Hafengeldes für de» Eingang:
Schiffe von mehr als 200 cbm Rettoraumgehall, welche aus
lmei» dclilschen Hafen kommen, ohne in einem außerdeulschen
Vasen Ladung gelöscht oder eingenommen oder ihre Papiere
gewechsen zu haben.
Tiefe Befreiung steht den von deutschen Rheinhäfen kommenden
-7°afchiften emd, dann zu, wenn sie in niederländischen Rhetnhäfen
lab® ^cffckst und eingenommen oder ihre Papiere gewechselt
II. des Hafengeldes sowohl für den Eingang als für de»
4I»Sga»g:
t. Schiffe, welche das abgabenpstichltge Hafengebiet nur
zeitweilig verlasse», um an einem Platze an der Kieler Förde
bis zur Seegrenze einschließlich Holtenau lBinucnhafenj einen
Teil ihrer Ladung, der nicht für Kiel (Handelshafenj bestimmt
ist, zu löschen und zu laden und dann in das abgabenpstichtige
Hafengebtcl wieder zurückkehren, für diesen Aus- und Wieder-
iana;
2. Schifte von 4 cbm oder weniger Nettoraumgehalt:
.3. Schifte von 200 cbm oder weniger Neltoraumgehalt, wenn
sie auf der Fahrt nach einem anderen deutschen Hafen lediglich
zu dem Zwecke einlaufen, um eine den vierte» Teil ihres Netlo-
raumgehalts nicht übersteigende Beiladung zu lösche» oder ein
zunehmen ;
4. Fahrzeuge, welche ohne Ladung einlaufen, um Fracht zu
suchen, und ohne Ladung wieder ausgehen:
6. Fahrzeuge, welche nur um Erkundigungen einzuziehen
oder Weisungen in Empfang zu nehmen, einlaufen und, ohne
Ladung gelöscht oder eingenommen und ohne die Ladung ganz
oder teilweise veräußert zu haben, wieder ausgehen;
0. Fahrzeuge, welche den Nothafen suche», d. h. solche, welche
durch erlittene Beschädigung oder andere aus Erfordern nachzu
weisende llnglücksfälle, durch Eisgang, Sturm oder widrige
Winde an der Forlsetzttng ihrer Reise verhindert werden, wenn
sie den Hafen mit ihrer Ladung wieder verlassen, ohne daß ein
Teil derselben veräußert oder die Zuladung anderer Gegenstände
erfolgt ist;
7. Dampfschiffe, welche lediglich behufs Ergänzung ihres Vor
rates an Kohlen für die SchtffSmaschine sfogenannte Bnnker-
kohlenj den Hafen aufsuchen und ohne Veränderung der Ladung
wieder verlassen;
8. Fahrzeuge, welche nur zur Ausbesserung oder nur zur
Ergänzung der Ausrüstung oder des Proviants in den Hafen
einlaufen;
!>. Fahrzeuge, welche zur Hilfeleistung bei gestrandeten oder
t» Not befindlichen Schiffen ausgehen oder davon znriickkehren,
wenn sie nicht zum Löschen oder Bergen von Strandgütern
verwendet werden;
to. Fahrzeuge, welche aus dem Meeresgrunde oder an der
Küste gesammelte Steine ohne sonstige Beiladung einführen oder
zur Gewtnnung solcher Steine unbeladen ausgehen;
11. Fahrzeuge, welche lediglich zur Fischerei benutzt werden;
12. Letchlerfayrzeuge, wenn sie zur Leichtern»« von abgäbe
pflichtigen oder nach diesem Tarif befreiten Schiften dienen I
13. Lotsenfahrzeuge, Eisbrecher und Schleppdampfer, soweit
sie nur ihrem Zweck gemäß benutzt werden.
14. Boote, welche zu den diesem Tarif unterworfenen Schiffen
gehören:
is. Fahrzeuge, welche _ .
a) dem Könige, dem Staat oder dem Reiche gehören, oder
d) für deren ausschließliche Rechnung Güter befördern,
oder den Hafen unbeladen verlassen, nachdem sie
lediglich solche Güter gelöscht haben, oder t» den Hafen
leer eingehen, um lediglich solche Güter zu laden, in
allen Fallen zu b auf Freipässe:
is. alle lediglich zu Luftreifen eingerichteten und bestimmten
Jachtklubs oder einzelnen Personen gehörige Sporifahrzeugc;
17. Schulschiffe des Deutschen Schulschtftveretns;
18. Lazarettschiffe i». Kriegszeiten.
III. des Hafengeldes für de» 4l»Sga»g:
Schiffe, die in Kiel gebaut sind und leer ausgehen.
IV. des Schiffsliegegeldes:
1. Lotsenfahrzeuge sowie die unter Ziffer 14, 15a, 17 und >z
der vorstehenden Befreiungen genannten Fahrzeuge;
2. Hafen- nnd Tonrcndampfer (vgl. Ausnahme 4 zu Ab
schnitt I), wenn sie an Stelle des tarifmäßigen Hafengeldes für
die einzelnen Fahrten jährliche Abftndungssummcn zahlen;
3. Reservefchifte der Posldampfcr auf der Linie Kiel-Korsör,
wenn für sie eine jährliche Abftndungsfumme nach Ausnahme 6
zu Abschnitt I bezahlt wird;
4. im Bau begriffene Schifte.
V. Po» Schuppe»- und strnngeldern:
Güter, welche dem König gehören.
^»fassliche Bestimmungen.
1. Be! den nach Tragfähigkeit vermessenen Schiften werden
500 kg Tragfähigkeit gleich einem Kubikmeter Neltoraumgehalt
gerechnet.
2. Bei Anwendung der AuSnahmevorschriflen 2d und c zu I
und der Befreiungsvorfctirtftcn 11,3 gilt eine Tonne der Ladung
gleich 2 cdm Nettoraumgchait.
3. Bei der Umrechnung der gelöschten oder geladenen Güter
mengen auf Raumgehalt tvgl. Ausnahme s zu I) gelten 600 ku
gletch 1 cdm Neltoraumgehalt mit der Maßgabe, daß ein Pferd
gleich 6 cdm Nettoraumgehalt, ein Stück Hornvieh gleich 3 cbm
Nettoranmgehalt, ein Schwein, ein Schaf und eine Ziege ie
1 cbm Nettoranmgehalt gerechnet werden. Ist Hol, nach Gewicht
angegeben, so werden 260 kg gleich 1 cdm Neltoraumgehalt
gerechnet, wahrend bet Angabe von Holz nach Maß i cdm gleich
2 cbm Neltoraumgehalt gelten. ö
4. Angefangene Erhebungseinheiten werden voll in Ansatz
gebracht, ledoch wird bei der Berechnung der Licgefristcn der
Tag des Einlaufens der Schifte nicht mitgerechnet.
5. Der Abgabenbetrag wird - abgesehen vom Krangeld -
auf volle io Pfennig nach oben abgerundet.

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