Full text: Adreßbuch der Stadt Kiel und Vororte für das Jahr 1907 nebst Stadtplan. (1907)

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Allgemeine Nachrichten. 
II. Abt. V. 
des Marktes aufzubewahren und jedem Polizei- j 
beamten auf Verlangen vorzuzeigen. 
Glaubt ein Verkäufer mit der Höhe des Stand- j 
geldes überbürdet zu sein, so steht ihm die sofortige j 
Beschwerde an den Magistrat zu, zunächst hat er! 
jedoch den geforderten Betrag an Marktstandsgeld zu 
bezahlen. 
Wer die Zahlung desselben verweigert, hat die 
sofortige Wegwcksung vom Markte zu gewärtigen. 
8 24. 
Den Anordnungen der mit der Ausiibung der 
Marktpolizei beauftragten Exekutivbeajmten ist seitens 
der Märktbesucher unbedingt Folge zu leisten. 
8 25. 
Uebertretungen dieser Polizeiverordnung ziehen, 
sofern nicht höhere Strafen durch die Bestimmungen 
der Reichs- oder Landesgesetze angedroht sind, nach 
8 149, 6 der Rcichsgewerbeordmmg eine Geldstrafe 
bis zu 30 Mark, im Unvermögensfalle entsprechende 
Haftstrafe nach sich. 
Die vorstehende ivSarktpolizeiverordnung, welche 
auf die Viehmärkte, die mif dem Viehhofe abgehalten 
werden, keine Anwendung findet, tritt sofort in 
Kraft. 
9. Mai 1902. 
ft'icl, den 4 März 1905. 
Die städtische Polizei-Behörde. 
gez. Lorey. 
MlnktstandSgeldtarif. 
Für die Benutzung der öffentlichen Plätze zum 
Marktverkehr ist ein Marktstmrdsgeld für jeden 
Markttag, wobei Bruchteile eines Tages als ganze 
Tage berechnet ivevden, zu entrichten. Dieses beträgt: 
1. Auf den Jahrmärkten: 
a) Für Berkaufs buden (geschlossen oder offen) 
und Verkaufsständc 20 Pfennig tägilich für das 
Quadratmeter des von dem Verkäufer mit seiner 
Bude oder seinen Gefäßen, Geschirren, Körben 
oder sonstigen Vorrichtungen eingenommen 
Raumes. 
Ueberstcigt der Raum 20 Quadratmeter, st 
werden für jedes folgende Quadratmeter nur 
5 Psg. berechnet. 
b) Für Stände, Zelte und Buden zu Schaustel 
lungen oder Karussels 40 Pfennig täg 
lich für das Quadratmeter, mit der Beschränkung, 
daß, wenn der eingenommene Raum 20 Qua 
dratmeter übersteigt, für jedes folgende Qua 
dratmeter nur eine Gebühr von 10 Psg. berechnet 
wird. 
c) Ein geringerer Raum als 0,5 Quadratmeter wird 
für 0,5 Quadratmeter und ein Raum von mehr 
als 0,5 Quadratmeter, aber weniger als 1 Oua- 
'dratmeier, für 1 Quadratmeter gerechnet. 
2. Auf den Pferdemärkten! und dem Vichmvrkte: 
a) Für ein Pferd oder ein Rind 40 Pfg. 
5) Für Jungvieh oder sonstiges zum Verkauf auf 
den Markt gebrachtes Vieh je 20 Pfg. 
3. Auf 'den Wochenmärkten. 
a) Für Verkäufer von Obst, sonstigen Erzeugnissen 
des Garten- und Feldbaues und von Brot für 
das Quadratmeter 5 Pfg. 
b) Für Verkäufer sonstiger Waren und Gegenstände 
für das Quadratmeter 10 Pfg, 
c) Für ein zweispänniges Fuder mit Holz. oder Torf 
oder sonstigen Gegenständen des Wjochcnmarktver- 
kehrs 30 Pfg., für ein einspänniges derartiges 
Fuhrwerk 20 Psg. 
d) Für einen Wagen mit Ferkeln oder Kälbern für 
jedes Tier 5 Pfg., mindestens aber 40 Pfg. 
e) Für einen Wagen mit Gänsen oder sonstiMN zum 
Verkarst bestimmten Eßwaren 40 Pfg. 
f) Für einen Wagen mit Fischen 20 Psgr 
Für das Feilbieten von frischen Fischen aus dem 
Platze anr Fischerhafen, sowie für den Verkauf aus 
Booten oder Schiffen wird Standgeld nicht erhoben. 
Germania-Brauerei 
Lieferant S. M Schiffe Abt. I: Aus feinstem Hopfen und Malz her 
gestellte helle und dunkle Lagerbiere, Cabinetbräu, Exportbier.
	        

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