Full text: Adreßbuch der Stadt Kiel und Vororte für das Jahr 1907 nebst Stadtplan. (1907)

II. Abt. V. 
Allgemeine Nachrichten. 
83 
II. Wochenmärkte 
8 7. 
Marktplätze für den Wochenmarktverkehr sind: 
1. der ExeMer-Platz. 
2. Für den Verkauf frischer Fische: der Platz am 
Fischerlegcr. 
8 8. 
Die Wochenmärkte auf dem Exevzier-Platze fin 
den an jedem Mittwoch und Sonnabend und, kvenn 
auf einen, dieser Tage ein Feiertag fällt, an dem 
vorhergehenden Tage statt. Ist auch dieser Dag ein 
Feiertag, so fällt der Markt aus. 
8 9. „ 
Die Markt,zeit für die regelmäßig, n Wochen- 
mävkte auf dem Exerzier-Ptatze dauert in der Zeit 
vom 1. April bis zum 30. September von morgens 
7 Uhr bis nachmittags 1 Uhr, vom 1. Oktober bis 
äum 31. März von morgens 8 bis nachmittags 1 Uhr. 
Der Verkauf von frischen Fischen am Fischer- 
leger findet wcrktchzlich bis 1 Uhr nachmittags, der 
Verkauf von Gemüsen auf dem Marktplatze am Rat- 
haufe mährend der gemäß § 139 c bis 139 g der 
Reichsgewerbeordnung für den geschäftlichen Verkehr 
freigegebenen Zeit statt. 
8 10. 
Gegenstände des Marktverkehrs sind die im 
8 60 der Reichsgewerbeordnnng aufgeführten, 
nämlich: 
1. rohe Naturerzeugnisse mit Ausschluß des 
größeren Viehes. 
2. Fabrikate, deren Erzeugung mit der Land- und 
Forstwirtschaft, dem Garten- und Obstbau und 
der Fischerei in 'Unmittelbare Verbindung steht, 
oder zu den Nebenbeschäftigungen der Landleute 
der Gegend gehört, oder durch Tagelöhuerarbeit 
bewirk: wird, mit Ausnahme der geistigen Ge 
tränke; 
3. frische Lebensmittel aller Art. 
Die Marktstände werden den Verkäufern von 
deil mit der Ausführung der Marktpolizei betrauten 
Polizeiheamten angelviesen. 
Ein Reckst auf Einräumung eines bestimmten 
Standes oder einer bestimmten Größe des Markt 
standes hat niemand. 
8 12. 
Für die Gegenstände des Wochenmarktes muß 
jeder Verkäufer, soweit der Verkauf dieser Gogen- 
stände nicht nach Stültzahl erfolgt, die zum Zu 
messen und Zuwägen erforderlichen vorschriftsmäßig 
geeichten Mäße und Gewichte, sowie richtige Wagen 
zur Stelle haben. 
8 13. 
Auf Verlangen des Käufers Müssen die gekauften 
Wären auf den von der Polizeibehörde auf dem 
Marktplätze aufgestellten Wagen gewogen werden, ivo- 
für bei einem Gewichte bis zu 2,8 Klg. 2 Pf., bei 
einem größeren Gewichte bis 25 Klg. 5 Pf., bei wei 
teren je 25 Klg. je 5 Pf. (bis zum Höchstgewicht von 
300 Klg.) an Gebühr zu entrichten sind. 
Wenn die Ware das richtige Gewicht hat, so ist 
die Gebühr von dem Käufer, sonst von dem Verkäufer 
zu zahlen. 
8 14. 
Sämtliche zum menschlichen Genuß dienenden 
Nahrungsmittel müssen in untadelhaftem, die Gesund 
heit in keiner Weise gefährdendem Zustande zu Markte 
gebracht werden. 
Werden verfälschte, verdorbene oder sonst der 
Gesundheit nachteilige Lebensmittel aus dem Markte 
vorgefunden, so lhat der Verkäufer nach gesetzlicher Be 
stimmung außer der Bestrafung die Beschlagnahme 
der Gegenstände zu gewärtigen. 
8 15. 
Unreifes Obst mutz dem liäufer als solches be 
zeichnet werden. Der Verkauf unreifen Obstes an 
Kinder ist verboten. 
8 16. 
Sämtliche zum Verkaufe aufgestellten Markt 
waren müssen auf Tischen zum Verkaufe ausgestellt 
werden. 
Verkaufstische werden den Verkäufern aus Ver 
langen von den Märktpolizeibeamten gegen eine Ge 
bühr von 5 Pf. für das Quadratmeter zur Verfügung 
gestellt. 
8 17. 
Federvieh darf nicht gefesselt zu Märkte ge- 
brackst, oder in diesem Zustande feilgeboten werden. 
Das Tragen des Federviehs an den Beineu, sodaß 
der Klopf nach unten hängt, ist verboten und wird als 
Tierquälerei bestraft. Es ist ferner verboten, in 
einem Korbe oder sonstigen Behältnisse mehr Mück 
Federvieh zu Markte zu bringen oder feilzubieten, 
als das Behältnis ausreichend Raum gewährt, daß 
ein Tier neben dem andern, ohne sich gegenseitig 
wegen Raummangels zu drücken, auf dem Unter 
boden des Behältnisses sitzen kann. 
8 18. 
Wagen oder sonstige Fahrzeuge, welche behufs 
Anfuhr auf den Marktplatz gebracht werden, müssen 
sofort entladen und dann von demselben entfernt 
werden. Die Zugtiere der Fahrzeuge limb sofort 
nach bewirkter Anfuhr von dem Marktplätze zu ent 
fernen, und dürfen auch in den angrenzenden Stra 
ßen nicht aufgestellt werden. 
8 19. 
Hunde dürfen auf 'den Markt nur an kurzer, 
höchstens 1 Meter langer Leine mitgeführt werden. 
Soweit Hunde als Zrigtiere bcmcht t»erden, sind 
sie gleich den anderen Zugtieren nach bewirkter An 
fuhr von dem Marktplätze zu entfernen oder so fest 
zubinden. daß sie kvedcr die Marktbesilcher belästigen, 
noch ihr Fahrzeug fortbewegen können. 
8 20. 
Hemmung des Verkehrs in den Marktreihen, 
insbesondere durch zweckloses Umherstehen, ist unter 
sagt. 
8 21. 
Während des Marktes ist der Verkehr Wer den 
Marktplatz, soweit letzterer für den Marktverkehr 
bestimmt ist, für Fuhrwerke rmd Reiter gesperrt. 
8 22. 
Das Verkaufen von Wochen Marktsartikeln jeder 
Art ans dem Marktplätze im Umherziehen ist ver 
boten; jeder Verkäufer hat von der ihm angewiesenen 
Verkaufsstelle aus fcilzWicten. 
Das Standgeld auf den Wochenmärkden ist ge 
mäß den Bestimmungen des Tarifs für die Erhebung 
des Rilarktgeldes in der Stadt Kiel 
9. Mai 
vom >902 an jedem einzelnen Markttage 
zu entrichte». 
Ueber die Einrichtung des Markt standsgeldes 
wird dem Verkäufer eine gedruckte Bescheinigung er 
teilt. Diese Bescheinigung ist während der Dauer 
l'l » Lieferant S M Schiffe Abt II Malzgold. Beliebtestes Familiengetränk 
üermama-ßrdueiei Kiels. — Hoher Extrakt. - Niedriger Alkohol. — Aerztlich empfohlen.
	        

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