Full text: Adreßbuch der Stadt Kiel und Vororte für das Jahr 1907 nebst Stadtplan. (1907)

II. Abt. V. 
Allgemeine Nachrichten. 
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UüIillaUidrDlctUülül Kiels — Hoher Extrakt Niedriger Alkohol. — Aerztlich empfohlen. 
§ 2. 
An Schulgeld 
wird erhoben für den Besuch 
für 
einheiln. 
Schüler 
M. 
für 
auswärt. 
Swiilcr 
(60 o/o 
Zuschlg.) 
M. 
144 
216 
80 
120 
60 
90 
60 
90 
48 
72 
I. der höheren Schulen: 
In allen Klassen 
II. der stöbt. Mädchenschule: 
a) In den Klassen l bis V einschließ 
lich jährlich 
l>) In den Klassen VI bis einschließ 
lich VlII jährlich 
III. der Knaben- und Mädchen- 
Mittelschulen: 
a) In den oberen und mittleren 
Klassen jährlich . 
b) In den drei untersten Klassen jähr 
lich 
Die Sähe für auswärtige Schüler werden er 
hoben. wenn weder die Eltern der Schüler noch die 
Schüler selbst ihres auswärtigen Wohnsitzes wegen 
zur Gemeinde-Einkommensteuer in Kiel herangezogen 
werden können. 
Der Zuschlag für auswärtige Schüler kann vom 
Magistrat für solche Schulkinder erlassen 'werden, 
welche bon hiesigen Einwohnern unentgeltlich oder 
gegen ein nur mäßiges Entgelt in Pflege genommen 
sind (Pflegekinder). 
8 3. 
Ermäßigungen. 
Wenn aus einer hiesigen Familie mehr als zwei 
Kinder städtische Schulen, für deren Besuch Schulgeld 
erhoben wird, besuchen, so ist nur für die beiden älte 
sten Kinder das volle Schulgeld zu zählen; für die 
übrigen Kinder tritt eine Ermäßigung um % ein. 
Hinsichtlich dieser Vergünstigung werden auch mit 
gezählt: 
1. Pflegekinder (§ 2 Ms. 3), für die der Zu 
schlag für Auswärtige erlassen ist; 
2. Kinder, denen ein ganzer oder halber Freüplatz 
gewährt ist; 
3. Zöglinge der Muhliusschen Waisenstiftung. 
Für die Berechnung der Ermäßigung kommt ledig 
lich das Alter der Schulkinder, nicht die Schule oder 
Klasse, welche sie besuchen, in Betracht. 
8 4. 
Freiplähe. 
Anträge ans Gewährung von Freiplatzcn sind bei 
den Schulleitern zu stellen. 
An Freiplätzen können gewährt werden bis zu 
5 % der jeweiligen Schülerzahl jeder Anstalt. 
Die Zöglinge der Muhlius'schen Waisenstiftuug ge 
nießen in allen Schulen die Freiplatzvergünstigung. 
8 6. 
Fälligkeit des Schulgeld es. 
Das Schulgeld ist vierteljährlich im voraus fällig. 
Ausnahmen: 
a) Wenn ein Schulkind erkrankt oder durch Krank 
heit in der Familie verhindert ist, am Unter 
richte teilzunehmen, so ist nur für den oder die 
Monate das Schulgeld zu entrichten, in welchen 
es nachweislich am Unterrichte teilgenommen 
hat, jedoch mit der Maßgabe, daß >das Schul 
geld immer für den ganzen Monat zu zahlen 
ist, wenn das Kind änch nur einen oder 
einige Tage im Monat am Unterrichte teil 
genommen hat. 
b) Für Kinder, welche im Lause des Vierteljahres 
in die Schule treten, ist das Schulgeld vom 
1. des Monats ab, in welchem die Aufnahme 
erfolgt, zu entrichten. 
Für Schüler und Schülerinnen, welche im 
Laufe des Schulvierteljahres in eine städtische 
höhere Knaben- oder Mädchenschule in Kiel 
eintreten und für dieses Vierteljahr nachweis 
lich schon an einer anderen staatlichen oder 
städtischen höheren Knaben- oder Mädchen 
schule Schulgeld entrichtet haben, ist sür das 
betreffende Vierteljahr ein Schulgeld an die 
Stadt Kiel nicht zu entrichten. 
c) Für Kinder, welche im Laufe des Vierteljahres 
die Schule verlassen, ist das Schulgeld bis 
zum Schlüsse des Monats zu zahlen, in 
welchem die Abmeldung beim Schulleiter er 
folgt. 
Für Schüler und Schülerinnen, welche im 
Laufe des Schulvierteljahres von einer 
städtischen höheren Knaben- öder Mädchenschule 
in Kiel abgehen itrtb zu einer anderen staat 
lichen oder städtischen höheren Knaben- oder 
Mädchenschule übergehen, ist das Schulgeld an 
die Stadt Kiel bis zum Schlüsse des betr. 
Vierteljahres zu zahlen. 
Beim Nebcrgang in eine andere hiösige städtische 
Schule ist vom Beginn des Monats, in welchem der 
Ucbergang erfolgt, das höhere Schulgeld zu zahlen. 
Als Schulvierteljahre gelten die Kalenderviertel 
jahre mit dem 1. April beginnend, jedoch mit der 
Maßgabe, daß für Schüler, welche vor Ablauf des 
letzten Tages der Oster-, Sommer-, Herbst- oder 
Weihnachtsferien abgemeldet werden, sür die in den 
April, Juli, Oktober oder Januar fallenden Schul- 
und Fcricntage kein Schulgeld zu entrichten ist. 
Mgänge au Schulgeld in den obigen Fällen 
a und c müssen durch eine 'der Stadthauptkassc vor 
zulegende Bescheinigung 'des Schulleiters erwiesen 
werden. 
Anträge auf Erlaß öder Stundung von Schulgeld 
in anderen als den voreuwähnten Fällen müssen 
spätestens innerhalb von sechs Wochen nach Viertel- 
jahrsschluß bei dem Magistrate schriftlich angebracht 
werden. 
Rechtsmittel. 
Gegen die Heranziehung zum Schulgeld steht dem 
zur Zahlung des Schulgeldes Verpflichteten der Ein 
spruch zu. 
Der Einspruch ist gemäß 8 69 des Kommunal- 
Abgaben-Geietzes binnen einer Frist von 4 Wochen 
beim Magistrate einzulegen. 
8 7- 
Erhebung des Schulgeldes. 
Der Beginn der 'Schnlgeldcrhobnng wird öffent 
lich 'bekannt gemacht. 
Auswärtige haben das Schulgeld bis zum 20. 
des ersten Vierteljahrsmouats au die Stadthauptkasse 
einzuzahlen. 
Rückständige Schulgeldbeträge werden im Wege 
des 'Vcrwaltungsziwaugsvevfahrens 'beigetrieben. 
Das Mahn- und Beitreibungsverfahren beginnt 
nach Mlanf des Zahlungstermins (vergl. Absatz 1 
und 2). *
	        

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