Full text: (Band V.)

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aus Heiligenhafen, welcher bis zum Schlüsse des Wintersemesters ordentliches Mitglied des Seminars 
gewesen war, bestanden beide das Examen mit guten, Erfolge, indem ihnen nach Maassgabe jenes 
Normativs das Gesammtprädicat „geschickt“ ertheilt werden konnte. C. 
Im philologischen Seminar wurde im Wintersemester 18£| Varro de lingua latina, und im 
Sommersemester 1858 Pindars olympische Oden interpreted. Fr. 
12) Die Münz- und Kunstsammlung 
wurde wesentlich bereichert durch den sog. Adorante des Berliner Museums, durch den in Venedig 
entdeckten Kopf von den Sculpturen des Parthenon, durch Statuen zweier Musen, und durch die 
unter dem Namen des Farnesischen Stiers bekannte Gruppe der Bestrafung der Dirke durch Zethos 
und Amphion. ^ r - 
13) Das pädagogische Seminar. 
Im Sommersemester 1858 nahmen 4, im Wintersemester 18*| 6 Philologen an dem Seminar 
Theil Im Sommersemester wurden die wichtigsten Quellen der Pädagogik, namentheh für die 
Geschichte der Erziehung und des Unterrichts, in historischer Reihenfolge behandelt und einige 
Gebiete aus der Gymnasialpädagogik besprochen. Letzteres wurde auch im Wintersemester lort- 
gesetzt; besonders aber wurde dieses Semester zu Uebungen im freien Vortrage und in der Behand 
lung von Lehrgegenständen verwandt. Folgende Themata wurden in Vorträgen abgehandelt: Leber 
den“ ersten panischen Krieg, wie er etwa in der Tertia darzustellen sey. Ueber den agcr publ.cus 
bei den Römern, und die damit zusammenhängenden Gesetze, für die Prima. Ueber die solomsc ,e 
Gesetzgebung und deren Ursachen, für die Prima. Ueber die Unruhen in Athen bis zur Schlacht 
bei den Aeginusen, für die Tertia. Gang der Antigone, als Rückblick nach beendigler Lecture der 
selben. Einleitung in die englische Revolution. Ueber einige Grundbedingungen der Disciplm. Ueber 
Johannes Sturm und seinen Einfluss auf das Gymnasialwesen in Deutschland. Gedankengang der 
Eumeniden. Recapitulation des Parodos im Oedipus Pex. Ueber die Behandlung eines Stückes von 
Lessing in der Prima. Ueber die Classeneintheilung eines Gymnasiums. Ob der Unterricht in den 
untersten Glassen oder in den höheren schwieriger sei. Tliaulow. 
14) Das zoologische Museum. 
15) Der botanische Garten. 
16) Das mineralogische Museum. 
Die im Jahre 1858 für die Sammlungen erworbenenen Mineralien sind: 
1) Eine geologische Suite, namentlich aus der Steinkohlenformation Sachsens; zweite 
Gegensendung des Künigl. Museums in Dresden durch Professor Dr. Oeinilz daselbst 
(vergl. Chronik 1857, S. 35). 
2) Versteinerungen aus den Geschieben Lauenburgs, meist der Kreide angehörig; Ge 
schenk des Dr. H. Karsten in Berlin.
	        
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