Full text: (Band V.)

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Testimonium beizubringen schuldig sein. Der Pedell soll die lectiones täglich in ein Buch schreiben, 
solches wöchentlich von einem jeden Professor subscribiren lassen, und das Verzeichniss monatlich 
dem Prorector und den vier Deputirten des Fiscus überliefern. Diese sollen quartaliter ein generelles 
Verzeichniss abfassen und solches dem Herzog, so wie dem Curator einsenden, und demnach soll 
bei Bezahlung der Besoldung für jede versäumte Lection %},„ des Salarii abgezogen werden. Alle 
Collegia privata sollen innerhalb Jahresfrist, die Institutionen des Rechts in einem halben Jahre 
absolvirt werden. Der zweite Profess, der Medicin soll im Sommer statt der lectt. publ. 50 mal mit 
den Studirenden herbatim gehen und die übrigen 150*) Lectiones zur Explication der aphorismorum 
Hippocr. oder eines andern guten Systematis anwenden. In den Stunden, da publice gelesen wird, 
soll kein Professor ejusdem facultatis privatim dociren, viel weniger seine Privat-Auditores auf andere 
Weise vOn lectionibus publicis abhalten bei 10 Rthl. Strafe. Sonst soll jeder privatim dociren kön 
nen, worüber er will, wenn es nur zu seiner Facultät gehörig. Den Professores juris sollen ver 
boten sein alles Advociren, Practiciren, über Land Reisen, Gericht halten, Geld-Mäkeln und alle 
andern einem Professor unanständige negotia bei ein Jahres Salarii Verlust; kein Prof, der Medicin 
soll, ohne speciale Concession, ausser der Stadt practiciren. Auf des Prorectors Berufung soll jeder, 
ohne dass die Ursache der Convocation anzugeben ist, in den Consistorialversammlungen bei Strafe 
von 5 Rthl., die an die Biblidthek fällen, erscheinen, wenn nicht vom Prorector gebilligte Entschul- 
digungsgründe vorgebracht werden. Alle Landeskinder, welche einige Beförderung im Lande hoffen 
wollen, sollen zwei Jahre in Kiel studiren und deshalb jeder über seinen Fleiss von der Facultät, 
der er angehört, ein Attestat, und ausserdem jedenfalls ein Zeugniss der philosophischen Facultät 
vorlegen, wofür 1 Mrk. Schreibgeld und 1 Rthl. zur Bibliothek zu zahlen, fills der Studirende soviel 
bei Mitteln ist. 
Zur Unterhaltung und Vermehrung der Bibliothek**) sind zu verwenden: 
1) alle Reglectengelder der Professoren, 
2) was bis Dato bei den Inscriptionen der Studenten gebräuchlich gewesen, 
,'J) alle freiwillige Gaben, 
4) die Hälfte aller academischen Sti-afgelder, 
5) jeder ankommende Professor soll zwölf Rthl. zur Bibliothek geben, 
6) wer in doctorem oder licentiatum promovirt 8 Rthl., 
7) ein Magister item Notarius 4 Rthl, 
8) welcher Studiosus ein Attestation der Facultät, der er sich gewidmet, item facultatis philo- 
sophicae, sowohl wegen seines zweijährigen Aufenthalts zum Kiel, als ratione studiorum vitae et 
morum bekommt, soll, falls er bei Mitteln, einen Rthl. ad bibliothecam erlegen, 
ü) alle in Schleswig-Holstein befindlichen Buchdrucker sollen von demjenigen, so sie drucken, 
ein sauber Exemplar in die Bibliothek einliefern. 
10) Dergleichen alle Professoren, Theologi und Gelehrte, so ein Scriptum in Unsern Fürsten- 
thümern ediren, 
11) fremde Buchführer sollen in den Märkten und im Umschlag nicht gelitten werden, als 
wenn sie vorher ein Buch, wenigstens von drei Rthl. Werth, an die Bibliothek abgeliefert. 
Als Wirkung der Relation Harpprechts und dieser Herzoglichen Verfügung, nach welcher zwei 
Profess, entlassen, zwei erneritirt wurden, ist es auch wohl anzusehen, dass für das Sommersemester 
1725 keine Anzeige der zu haltenden Vorlesungen, sondern statt dessen im Juni 1725 ein von 
*) Oie 200 Stunden im Jahr sollen offenbar den in den Statuten vom 2. April 1G66 angeordneten öffentlichen Vor 
lesungen von vier Stunden wöchentlich entsprechen. 
*•) Vergl. Chronik der Universität Kiel vom Jahre 1831, S. 45:
	        
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