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deren Erreger friedlich neben einander im Körper vegetiren
können, gehören Syfilis und Krebs. Es mag vielleicht be
fremden oder gar als unrichtig ausgelegt werden, wenn in
Zusammenhang mit der soeben erwähnten Eigenschaft ge
wisser Bakterien Syfilis und Krebs gebracht werden, oder
wenn direkt von deren Erregern gesprochen wird. Wir
kennen freilich noch keinen einheitlichen Parasiten für jede
dieser beiden Krankheiten, obschon ja manche Autoren den
spezifischen Mikroorganismus aufgefunden zu haben glauben,
aber es herrscht doch kein Zweifel mehr darüber, dass wir
es mit besonderen Erregern aus der grossen Gruppe der
pflanzlichen und tierischen Parasiten zu thun haben.
Die Frage nach dem Verhältnisse zwischen Syfilis und
Carcinom ist erst in allerneuester Zeit aufgeworfen und in
ihrer Bedeutung gewürdigt worden. Es wurde zuerst von
klinischer Seite darauf aufmerksam gemacht, dass carcino-
matöse Wucherungen auf syfilitischer Basis entstehen können,
und damit ist natürlich auch das Nebeneinanderbestehen
von Syfilis und Krebs im Organismus mehr oder weniger
als möglich hingestellt worden. So berichtet Raver 1 ) über
einen Fall, wo es sich um Krebs der Vorhaut mit An
schwellung der Drüsen in der Weichengegend handelte.
Ausserdem war noch ein Geschwür an der Eichel entstanden,
das für ein syfilitisches gehalten und dementsprechend be
handelt wurde. Lagneau bespricht einen hierher gehörigen
Fall, bei dem aus einem Schanker ein bösartiges Geschwür
sich entwickelte. R ay e r nannte diese auffallende Erscheinung
eine Entartung syfilitischer Geschwüre. Diesen wohl allein
dastehenden Mitteilungen aus der älteren Litteratur, die
allerdings nicht auf mikroskopischen Untersuchungen basiren,
die aber nichts desto weniger wertvoll und belehrend sind,
möchten wir einige Beobachtungen anschliesseu, die in
neuester Zeit über diesen Gegenstand gemacht worden sind.
Es sind wiederum vorzugsweise Kliniker, welche auf
') Ray er, Theoretisch-praktische Darstellung der Hautkrankheiten,
Berlin 1839.

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