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Sytilis — es sind ihrer 99 —fand ich 11, bei denen neben
Lues im Sektionsbericht Carcinorn verzeichnet war. Bei den
11 Fällen verteilt sich der Krebs auf folgende Organe: in
X Fällen Magen- resp Pyloruskrebs, in 1 Prostatakrebs, in
1 Oesofaguskrebs, in 1 Zungenkrebs. Es wären nach dieser
Statistik also etwa 11 °/o aller Fälle von Svfilis mit Krebs
kombinirt. Nicht hierher gerechnet sind die zur Section
gekommenen Fälle, bei denen Svfilis wahrscheinlich oder
zweifelhaft war. Wenn wir berücksichtigen, dass in manchen
Jahren bei 9% aller im hiesigen pathologischen Institute
Secirten Carcinorn festgestellt wurde, was bei der hohen
Ziffer der alljährlich auf den Sectioustisch kommenden
Leichen eine ganz erhebliche Zahl von Krebsfällen ver
spricht, — dass Sytilis gerade in Schleswig-Holstein — Morbus
Dithmarsicus — eine so häufige Erkrankung ist, so müssen
wir daraus schliessen, dass ein Zusammentreffen von Sytilis
und Krebs relativ selten ist. Es ist vielleicht ein gewisser
Widerstand vorhanden, der einer Combination beider Krank
heiten entgegenwirkt. Es interessirt uns, darnach zu
fragen, wie sich die Begleiterscheinungen von Sytilis und
Krebs: Befallensein der Lymfdrüsen, Kachexie, Amyloid
entartung bei gleichzeitigem Auftreten verhalten. Bei der
Section des ersten Falles fanden sich die Lymfdrüsen der
Bauchhöhle stark geschwollen. Ob diese Anschwellung auf
Krebsmetastasen zurückzuführen ist, oder ob es sich um eine
Adeuitis svtilitica oder um beides zugleich handelt, muss die
mikroskopische Untersuchung entscheiden. Auffällig ist bei
diesem Falle, dass keine Kachexie bestand trotz des schnell
gewachsenen Magenkrebses und trotz der ausgeprägtesten
Lebersyfilis, die ja fast immer von Kachexie begleitet ist.
Es ist mir ein junger Mensch aus der hiesigen chirurgischen
Klinik in der Erinnerung, bei dem ein Tumor in der rechten
Bauchhälfte unterhalb der Leber zu fühlen war, der wegen
der rapide fortgeschrittenen Kachexie für eine maligne Neu
bildung angesprochen wurde, und doch ergab die Section:
gelappte Leber mit frischen Gummata. Ausser den chro
nischen Eiterungen in Knochen und Gelenken und ausser
der chronischen Tuberkulose giebt bekanntlich die konstitu-

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