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diesen interessanten, pathologisch und klinisch wichtigen
Gegenstand Hilden, lassen es lohnend erscheinen, einige
Beobachtungen hinzuzufügen, die im hiesigen pathologischen
Institute über das Zusammentreffen von Svfilis und Krebs
gemacht sind. Es möge mir erlaubt sein, in Folgendem
zwei Fälle anzuführen, die mir in liebenswürdiger Weise
von Herrn Geheimrat Heller zur Veröffentlichung über
wiesen wurden.
I.
Der 58jährige Arbeiter ist am 9. April 1900 im hie
sigen städtischen Krankenhause aufgenommen und wegen
Bronchitis, Emfvsem und Epilepsie (?) behandelt worden.
Anamnese: Patient, Potator, leidet seit 5 Jahren an
Ohnmachtsanfällen, seit 3 Jahren sind die Anfälle häufiger auf
getreten, es haben sich auch Krämpfe eingestellt. Als Kind
hat Patient Rachenbräune gehabt. Vor 5 Jahren ist er im
städtischen Krankenhause wegen linksseitiger Lungenent
zündung und Pleuritis im Anschluss an eine Luxation der
Clavicula behandelt worden. Als Soldat hat Patient Tripper
gehabt, Lues will er nicht gehabt haben Der Vater ist
jung gestorben, die Mutter ist im Alter von 72 Jahren an
Magenkrebs zu Grunde gegangen.
Status: Über beiden Lungen Zeichen von Emfvsem
und Bronchitis. Absolute Herzdämpfung verkleinert. Zweiter
Ton über allen Ostien unrein, besonders über der Aorta.
Die Radialarterie ist geschlängelt und sklerosirt. Leber
vergrössert, äusserst derb; Rand sehr stumpf, deutlich fühl
bar. Magen nicht dilatiert; Milz erscheint vergrössert, nicht
palpabel. Der Urin enthält Indican.
Am 25. Mai 00 wurde Patient auf seinen Wunsch ent
lassen. Am 12. Juni hat er wieder das Krankenhaus auf
gesucht wegen heftiger Schmerzen in der Gegend der Knie
kehlen, die allmählich unter elektrischer Behandlung ge
schwunden sind. Bei der Untersuchung am 8. VII. 00 klagt
Patient besonders über Schmerzen in der Gegend des Colon
descendens. Der Stuhl ist schwarzbraun, theerartig. Der
Leib ist meteoristisch aufgetrieben, Resistenz ist nirgends zu
fühlen. Im Rektum kein Tumor. In der linken Seite des

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