11
Boden der Mundhöhle. Nach geeigneter Behandlung ver
kleinerte sich dieses Infiltrat, dafür waren aber mehrere
erbsengrosse, derbe Knoten, in einem Kreise angeordnet, in
und unter der Haut des Hinterhauptes entstanden. Der
Patient wurde mit Quecksilber und Jodkali behandelt, aber
während die Neubildung am Hinterhaupte sich verkleinerte,
führte diese sonst bei Syfilisprodukten so günstig wirkende
Therapie bei der Geschwulst des Mundhodens nicht nur
keine Besserung, sondern Verschlimmerung herbei. Hieraus
folgerte Lang, dass ein Carcinom vorliege und schlug dem
Patienten daher die Exstirpation desselben vor, welche dieser
nicht zugeben wollte. Nach einigen Wochen gesellten sich
neue, auf das Vorhandensein von Krebs hindeutende Symptome
hinzu; die Lymfdrüsen am rechten Unterkiefer waren zu
einem fast hühnereigrossen, harten Tumor angeschwollen.
Auch die Geschwulst am Boden der Mundhöhle war grösser
und die ulceröse Höhle tiefer geworden. Jetzt war der
Patient mit einem operativen Eingriffe einverstanden, der
jedoch wegen des voraussichtlich ungünstigen Resultates
nicht vorgenommen wurde. Das Carcinom nahm noch mehr
zu und erstreckte sich auf den Unterkiefer. Patient starb
mehrere Monate darauf.
Ausserdem teilt Lang noch einen Fall aus seiner
Klinik mit, bei dem Syfilis und Larynxkrebs kombinirt ge
wesen sein soll. Doch muss man hier, wie Lang selbst
zugiebt, da nach dem Tode keine anatomische Untersuchung
des Larynx vorgenommen ist, mit der Diagnose Larynxkrebs
Vorsicht walten lassen. Es wird sich mit grösserer Wahr
scheinlichkeit um svfilitische Processe des Kehlkopfes ge
handelt haben.
Ein Fall von mikroskopisch nachgewiesenem Kehl
kopfskrebs bei bestehender Syfilis wird von W. Jooss 1 )
beschrieben, der hier der Vollständigkeit wegen Erwähnung
finden soll.
Die wenigen Fälle, die wir in der Litteratur über
') W, Jooss, Lars und Carcinom. Berlin 1893.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.