n
den Rändern der Zunge und Condylome an den Mund
winkeln; ausserdem befand sich unter der Zunge ein grosses,
von harten Rändern eingeschlossenes Geschwür, das die
Zunge an den Mundboden fixirte. An der Seite des Halses
waren einzelne gegen Druck empfindliche Lymfdrüsen. Da
die Diagnose Krebs oder Lues zweifelhaft war, schritt man
zur Anwendung spezifischer Mittel. Hierbei stellte sich dann
heraus, dass das fragliche Geschwür als Krebs aufzufassen
sei, und die mikroskopische Untersuchung eines von dem
Rande des Geschwüres entnommenen Stückes ergab Epithe
lialkrebs.
Aus diesen beiden Beobachtungen glaubt Langenbeck
den Schluss ziehen zu können, dass nach lange bestandenen
gummösen Affektionen der Zunge Carcinom auftreten und
unabhängig von jenen sich weiter entwickeln kann.
Weitere Beobachtungen dieser Art veröffentlicht La n g ] )
In dem ersten Falle, den er schildert, handelt es sich um
einen vor 20 Jahren mit Schanker inficirten Mann, der in
der Folge secundäre syfilitische Symptome überstanden hatte.
Patient präsentirte sich Lang von Neuem mit Ulcerationen
und Narben um das linke Auge unter dem Augenlid herum
und mit einem tief exulcerirten Geschwüre am linken Nasen
flügel. Die in der Klinik eingeleitete antisyfilitische Be
handlung führte in kurzer Zeit eine interessante Veränderung
der einzelnen LUcera herbei. Die Geschwülste um das Auge
herum sind vollständig verheilt, dagegen das anfangs um
schriebene am linken Nasenflügel ist nicht nur von der
Medikation nicht beeinflusst, sondern hat sich in ziemlich
weiter Ausdehnung über den linken Nasenflügel und die an
grenzenden Partien der Wange, sowie auch in das Oavum
des linken Nasenganges verbreitet. Von chirurgischer Hand
wurde die gründliche Entfernung der Geschwulst vorge
nommen, und die histologische Untersuchung ergab das
Resultat, dass auf primär syfilitischem Boden ein flacher
') Lang, Vorlesungen über Pathologie und Therapie der vene
rischen Krankheiten, Wiesbaden 1886—93,

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