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die Eventualität einer gleichzeitig bestehenden Erkrankung
an Syfilis und Krebs hinweisen, und in den Vordergrund
tritt auch hier die Mitteilung über die Entwicklung des
Krebses auf syfilitischem Boden. B. von Langenbeck und
Lang gehörten zu den ersten, die auf Grund ihrer klinischen
Beobachtung das Nebeneinanderbesteben von Syfilis und
Carcinora betonten. So beliebtet Langenbeck 1 ) über das
gleichzeitige Vorkommen von svfilitischeu und carcinomatösen
Processen der Mund- und Zungenschleimhaut. Er sagt hier
über: ..Das Zungencareiuom ist sehr viel häufiger bei Männern,
als bei Frauen und bei ersteren ergiebt die Anamnese, dass
der Mehrzahl der Fälle eine syfilitische Infektion voraus
gegangen ist. Besonders sind es nach meiner Erfahrung
die vernachlässigten Fälle von Syfilis, welche zu Zungen-
carcinom dispouiren.“
Als Bestätigung für die oben entwickelte Anschauung
wird der Krankheitsverlauf von zwei Patienten mitgeteilt,
bei welchen Gummata und Carcinom zur selben Zeit be
standen. Ein 30jähriger Mann hatte ausser aus früherer
Zeit stammenden luetischen Erscheinungen, wie Anschwellung
der Lymfdrüsen am Halse und gummöser Glossitis, auch
eine barte Geschwulst an der Zunge. Diese letztere wurde
in Anbetracht der anderen svfilitischen Symptome auch als
Gumma aufgefasst und dementsprechend behandelt. Aber
der Erfolg war nicht nur nicht günstig, sondern die Ge
schwulst vergrösserte sich und ging auf den Mundboden
über. Die mikroskopische Untersuchung derselben erwies,
dass sie carcinomatös war.
In einem zweiten Falle (Sublinguales Carcinom mit
gummöser Infiltration der Zunge) waren die Krankheitser-
scheinuugen kurz folgende:
Vor sechs Jahren hatte der Patient sich einen Primär
aff ect am Frenulum praeputii zugezogen. Jetzt, sechs Jahre
nach der Infection, hatte der Patient kleine Geschwüre an
*) Langenbeck, Über Gmumigesch wülste, Archiv für klinische
Chirurgie, Berlin 1881.

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