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Knüppeln, die ihn prügeln wollen, die Wände drohen einzustürzen, so
dass er sie mit Aufbietung aller Kraft zu stützen sucht. Thiere schnap
pen nach ihm. Dauernd ist er in Bewegung, bald bemüht, sich vor
den drohenden Gefahren zu schützen, bald wieder ist er überaus fleissig
mit seiner vermeintlichen Arbeit, die seinem Beruf entspricht, beschäf
tigt. Redet man ihn nach einiger Zeit wieder an, so hat er meist das
Vorhergehende vergessen und erzählt wieder eine erfundene Geschichte,
auch befindet er sich oft nach seiner Ansicht an einem ganz anderen
Ort und bezeichnet seine Umgebung wieder anders.
So ähnlich sich in grossen Zügen die verschiedenen Deliranten
sehen, so bietet doch jeder einzelne Fall neue Besonderheiten.
Am auffälligsten sind zunächst auf psychischem Gebiet die
Sinnestäuschungen, die meist nicht nur sehr zahlreich, sondern vor
Allem auch ganz ausserordentlich plastisch und intensiv sein müssen,
wie aus dem Verhalten der Kranken ihnen gegenüber hervorgeht.
An erster Stelle stehen Gesichtstäuschungen, dann folgt der
Tastsinn und das Gehör, wie fast von sämmtlicben Autoren überein
stimmend angegeben wird, nur Salgo(113) räumt den Acoasmen die
die erste Stelle ein. Näcke(97) glaubt, dass dieselben nicht weniger
zahlreich seien als Visionen; diese würden aber gerne vom Patienten
mitgetheilt, während er mit jenen zurückhalte. Bei meinen Fällen über
wiegen die Visionen bedeutend, nur ganz vereinzelt treten sie gegenüber
den Störungen des Allgemeingefühls und des Gehörs zurück. Und zwar
waren bei 154 Fällen in 141 die Visionen überwiegend, in 9 Fällen
standen Acoasmen an erster Stelle, in 4 tactile Hallucinationen. Acoas
men fanden sich vor Allem im Vorstadium und im Beginn des Deli
riums und traten im weiteren Verlauf häufig mehr in den Hintergrund.
Früher war man geneigt anzunehmen, dass vorwiegend oder fast
ausschliesslich Thiervisionen sich beim Alkoholdelirium zeigten, vor
Allem kleine Thiere. Dagegen ist Rose (112) der Meinung, dass die
Thiere mehr in den Patienten hineingefragt würden, es handele sich
meist nur um leuchtende Punkte, die von den Kranken verschieden er
klärt würden, auch nach Näcke sind Thiervisionen nur in einem Drittel
der Fälle vorhanden, dagegen kommen dieselben nach Liepmann(80)
bei 70 pCt. vor. Von 180 meiner Fälle berichteten 125 auch von
Thieren, während bei 55 andere Gesichtstäuschungen angegeben wurden.
Es handelte sich durchaus nicht nur um kleine Thiere, sondern neben
Flöhen, Mücken, Fliegen, Bienen, Würmern, Käfern, Mäusen, Ratten,
Fröschen auch um Schlangen, Fische, Iltisse, Vögel (Spatzen, Krähen,
Störche, Adler, Papageien), Kaninchen, Katzen, Hunde, Kälber, Kühe,
Pferde, Füchse, Wölfe, Tiger, Löwen, Elephanten Walfische u. s. f. Meist

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