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sammelte Kothmassen zu entfernen. Dagegen sind Abführmittel per os
nicht so zweckmässig. Es bestellt dabei immer die Gefahr, dass man
Durchfälle erzeugt; erfahrungsgemäss aber können alle schwächenden
Einflüsse bei Deliranten von unangenehmsten Folgen begleitet sein.
Aus den gleichen Gründen wird man von Brechmitteln Abstand nehmen,
wie sie Naecke bei kurz vorher stattgehabtem Alkoholgenuss ange
geben hat. Er fügt allerdings selbst hinzu, dass im Allgemeinen wegen
der Collapsgefahr davor gewarnt werde.
Durchaus wünschenswerth ist es, regelmässig die Temperatur zu
messen, da dieselbe für die Beurtheilung des Falles und die einzu
schlagende Therapie von grösster Wichtigkeit sein kann. Im Allgemeinen
wird man damit auch bei aufgeregten Kranken nicht zu viel Schwierig
keiten haben, da sie sich ja meist vorübergehend fixiren lassen.
Bei der gerade bei Deliranten so grossen Gefahr durch Coropli-
cationen und der Neigung zum Schwitzen wird man darauf Bedacht
haben müssen, dass solche, die nicht im Bett oder Bad zu halten sind,
in gut erwärmten Räumen und hinreichend bekleidet sind. Bei den
jenigen, die sich der Kleider entledigen, wählt man am besten einen
Anzug aus festem Stoff, der auf dem Rücken geschlossen und vom
Kranken nicht geöffnet werden kann, wie dies auch schon von Fürstner
empfohlen ist.
Im Allgemeinen wird es nicht rathsam sein, die Kranken im
Delirium in häuslicher Pflege zu lassen, wenn nicht ganz besondere
günstige Umstände dies angängig erscheinen lassen. Nach v. Ivrafft-
Ebing gehören Deliranten nicht in Irrenanstalten, sondern ein anderes
Krankenhaus. Es ist aber nicht einzusehen, warum eine Geisteskrankheit,
wie es das Delirium einmal ist, die ganz besondere Anforderungen an
die Pflege stellt, den dazu doch vor Allem eingerichteten Irrenanstalten
entzogen werden soll. Dass thatsächlich die meisten Anfälle ausserhalb
der Anstalten bleiben, liegt lediglich daran, dass bei der Kürze der
Erkrankung es nicht so weit kommt. In grösseren Städten besitzen
wohl fast alle Krankenhäuser jetzt Einrichtungen, um Deliranten auf
nehmen zu können und es wäre wünschens werth, wenn allmählich alle
grösseren Krankenhäuser mit entsprechenden Einrichtungen ausgerüstet
würden und dem zur Verpflegung von Deliranten nöthigen, geschulten
Personal.
Das Delirium ist jedenfalls eine Erkrankung, deren Behandlung an
Aerzte wie an Personal die höchsten Anforderungen stellt. Allgemein
gültige Regeln für die Behandlung giebt es nicht und es kann nicht
dringend genug vor einem Schematismen gerade bei diesem Leiden

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