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Bei der Rücksichtslosigkeit, mit der die Patienten gebrochene Glied-
maassen behandeln, Verbände abreissen und Wunden verschmieren, ist
die Lebensgefahr eine ausserordentlich grosse und sind dann, um diese
abzuwenden, ausserordentliche Maassnahmen in Ausnahmefällen nicht
zu vermeiden. Bei dem Bestreben der Kranken, Verbände abzureissen,
kann man versuchen, dem durch Schutz verbände an den Händen ent
gegenzuarbeiten. Da die Kranken daran oft mit den Zähnen reissen,
ist Stärkeverband meist erforderlich, vor Eingipsen dagegen zu warnen,
da ein solcher Gipsverband eine gefährliche Waffe darstellt. Wenn die
Deliranten auf ihren gebrochenen Beinen umherlaufen, wird die Noth-
wendigkeit gegeben sein, sie irgendwie zu immobilisiren, da selbst starke
Gipsverbände den verletzten Gliedern oft keinen hinreichenden Schutz
gewähren. Die Patienten hämmern unter Umständen solange damit auf
den Boden, bis der Gips losbröckelt. Versagen die Narcotica, oder ist
dauernde Verwendung irgendwie contraindicirt, so wird man eventuell
vorübergehend zu mechanischem Zwang greifen müssen. Festhalten
durch das Personal erregt meist die Kranken nur noch mehr. Einen
ganz guten Erfolg habe ich dadurch erzielt, dass dem Deliranten, der
in einem Kastenbett lag, ein Handtuch lose um den Oberarm geschlun
gen und am Bett befestigt wurde. Er hätte den Arm mit Leichtigkeit
aus der Schlinge ziehen können, verfiel aber nicht auf den Gedanken
und legte sich wieder hin, wenn er beim Versuche aus dem Bett zu
steigen, am Arm sich festgehalten fühlte. Zuweilen gelingt es auch
dadurch, dass man die Bettdecken auf beiden Seiten befestigt, den Kran
ken zu bewegen im Bett zu bleiben, da er den Sitz des Hindernisses
nicht erkennt. In den seltensten Fällen kann man wohl in die Lage
gerathen, einmal die Hände festbinden zu müssen. Am besten dann
nach guter Unterpolsterung mit Binden ausgestreckt an die Bettstelle.
Aber nur drohende Gefahr für das Leben bei Versagen aller anderen
Hülfsmittel kann einmal derartige Maassregeln rechtfertigen. Dabei sei
man aber nicht damit zufrieden, den Kranken so festgelegt oder seine
Hände unschädlich gemacht zu haben, sondern man muss sich immer
wieder die Frage vorlegen, ist dieser Zwang noch unbedingt erforder
lich, wird es nicht auf andere Weise einzurichten sein, und muss immer
von Neuem versuchen, ob man nicht ohnedem auskommen kann. Ihut
man dies, dann wird man auch in verzweifelten fällen mit mechanischen
Zwangsmitteln immer nur kurze Zeit arbeiten müssen. Dass derartig
behandelte Kranke in noch erhöhtem Maasse der ständigen Bewachung
unbedingt bedürfen, braucht kaum hervorgehoben zu werden.
Von den körperlichen Symptomen erfordert das Herz der Deliranten
dauernde Aufmerksamkeit und man soll nicht zu lange mit der Dar

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