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besser situirten Kreisen auch weniger Personen, die mit solcher Regel
mässigkeit und schon am frühen Morgen Alkohol zu sich nehmen, wie
dies bei den Arbeitern, zumal den schwer körperlich arbeitenden, oft der
Fall ist. Besonders gefährdet sind ausserdem diejenigen, die nach den
landläufigen Anschauungen beruflich mehr odr weniger trinken müssen,
oder die erhöhte Gelegenheit dazu haben, Wirthe, Kellner, Angestellte
von Brauereien, von Destillerien, Geschäftsreisende, Agenten und ähn
liche.
Nach Siemerling fanden sich unter 2260 Trinkern.
Arbeiter ....
700
Kaufleute .
... 89
Handwerker . . .
859
Beamte . .
. 45
Gewerbetreibenden
236
Soldaten
... 9
Bedienstete . . .
233
Landleute .
... 8
Gelehrte, Künstler .
21
Unbekannt .
... 66.
Unter meinen 221 Männern sind 109 Arbeiter (49,77 pCt.), 51 Hand
werker (23,07 pCt.), 33 Wirthe und solche Berufe, die besonders mit
Alkohol zu thun haben (14,93 pCt.), 8 Angestellte und Bedienstete,
7 Kaufleute, 5 Beamte, je 2 Studenten, Rentner, Landleute und See
leute.
Ueber die Art und Weise, wie der Alkohol das Delirium erzeugt,
sind die Ansichten getheilt.
Im Wesentlichen können wir zwei Richtungen unterscheiden: die
eine sieht als Ursache des Deliriums ein durch den Alkohol er
zeugtes Stoffwechselgift, also eine Autointoxication, an, die
andere dagegen betrachtet dasselbe nur als Steigerung der chroni
schen Alkoholvergiftung. Bonhoeffer nimmt als das Wahrschein
lichste an, dass es sich neben der chronischen Alkoholintoxicatiou um
eine acute Ueberschwemmung des Organismus mit einem secundär sich
bildenden Gifte handele; E. Meyer (89) schliesst sich dem au, ebenso
glaubt Trömner(124) an Autointoxication auf dem Boden des Alcoho-
lismus chronicus. Ganser (43) supponirt eine Vergiftung mit abnormen
Stoffwechselproducten, die durch die gewohnheitsmässige oder acute
Anhäufung des Alkohols im Körper erzeugt werden sollen. Nach
Wagner von Jauregg und Eisholz wird durch den chronischen Alko
holmissbrauch im Körper ein Gift erzeugt, welches das Delirium ver
ursacht und dessen Gegengift wieder Alkohol ist, ähnlich wie man sich
beim Morphium die Wirkung gedacht hat. An ein alkohologenes Gift
glaubt auch Pilcz. Ziehen bezeichnet die Pathogenese als ganz un
aufgeklärt, er zieht Inanition, Infection und Autointoxication in Betracht.
Auch nach Kraepelin ist die eigentliche Ursache dunkel, nach seiner
Ansicht ist zwar in der grösseren Zahl der Fälle nichts als der Alkohol

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