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ptome, wie z. B. Albuminurie, Schweissausbruch verantwortlich zu
machen sind.
Aetiologie.
Wie schon der Name Delirium alcoholicum sagt, steht der Alkohol
bei der Aetiologie des Deliriums obenan. Ohne Alkohol kein Delirium
tremens, womit jedoch keineswegs gesagt sein soll, dass jeder deliriöse
Zustand bei einem Trinker als Delirium tremens bezeichnet werden darf.
Soweit ich die Literatur übersehe, sind die Autoren fast sämmtlich
darüber einig, dass niemals eine einmalige Alkoholvergiftung, auch nicht
Excesse von der Dauer von Tagen und Wochen im Stande sind, ein
Delirium zu erzeugen, dass vielmehr lang dauernder Alkoholmissbrauch
voraufgegangen sein muss, ehe es zum Ausbruch unserer Psychose kommen
kann. Die zwei Fälle von Sander (115), die das Gegeutlieil beweisen
sollen, halten der Kritik, wie schon mehrfach von anderen Seiten be
tont ist, nicht stand. NachNäcke sind Dipsomane jedoch ebenfalls der
Deliriumsgefahr ausgesetzt, da sich bei ihnen dieselben Veränderungen
wie bei regelmässigen Trinkern herausbilden.
Nach Mendel (86) soll auch noch Einathmen von Alkoholdämpfen
Delirium erzeugen können. WennRieger (111) sagt, mancher bekomme
schon mit verhältnissmässig wenig Alkohol nach wenigen Wochen sein
Delirium, so ist dies wohl nicht so wörtlich zu nehmen. Gau pp (44)
stellt sich sogar in einem Gutachten auf den Standpunkt, dass ein kräf
tiger erblich nicht belasteter Mann, der bisher 2 bis 3 Viertel Wein
täglich getrunken, nach 40tägigem Schnapsgenuss nicht am Delirium
erkranken kann. Ob dabei nicht vielleicht doch die Wirkung des vor
angegangen Weinconsums unterschätzt ist, möchte ich dahingestellt sein
lassen. Unter meinen Fällen verfüge ich über keinen, bei dem nicht
schon seit Jahren Alkohol in mehr oder weniger erheblichen Mengen
genossen wurde. Hasche-Klünder berichtet von einem Kranken, der
ein Jahr in der Trinkerheilanstalt war und nach der Entlassung nach
4tägigem Excess an einem Delirium oder „doch sehr ähnlichem Krank
heitsbild“ .erkrankte. Falls der Betreffende wirklich das Jahr abstinent
war, möchte ich den nach der Beschreibung immerhin nicht ganz typi
schen Symptomencomplex nicht für ein Delirium tremens, sondern eher
für einen anderen Zustand, etwa epileptischer Natur halten. Dass aller
dings die durch Jahre langes Trinken erworbene Disposition zum
Delirium nicht durch vorübergehende Abstinenz beseitigt wird, glaube
ich aus einigen meiner Fälle schliessen zu können. Einer betrifft einen
schweren Trinker, der schliesslich entmündigt wurde. Er hielt sich
dann auch nach Aussage von Zeugen über zwei Jahre abstinent, hat

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