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beobachtet solche öfters voll aasgebildet mit Zittern, Schwitzen, Des-
orientirtheit, Hallucinationen und Beschäftigungsdelirium, die nach einer
Nacht oder sogar nach einigen Stunden mit dem kritischen Schlaf ab-
schliessen. Ich habe solche gerade nach Operationen und Verletzungen,
selbst schwererer Art gesehen, man muss wohl annehmen, dass die
Vergiftung durch den Alkohol in diesen Fällen keine besonders hoch
gradige war und daher trotz der erheblichen äusseren Schädigung die
Erscheinungen des Deliriums sich schnell wieder ausgleichen konnten.
Von Döllken geschieht noch des Deliriums sine Delirio Er
wähnung. Er will damit ein Krankheitsbild bezeichnen, das alle
körperlichen Symptome des Deliriums darbietet, aber keine psychischen,
wenigstens in den reinen Fällen nicht, sonst giebt er aber vereinzelte
Hallucinationen zu. Er will diese Form aber ausdrücklich von den
Abortivdelirien abtrennen. Fälle, wie die von ihm beschriebenen, habe
ich auch gesehen,, aber nur mit Betheiligung der Psyche, vor allem
allgemeines Missbehagen, Angst, oft sogar recht hochgradig, motorische
Unruhe, besonders sich äussernd in dauerndem Umherwälzen und Kramen
im Bett, in der Regel zugleich ausgesprochenes Krankheitsgefühl im
Gegensatz zu Döllken’s Fällen. Diese von mir erwähnten aber möchte
ich den Abortivdelirien zuzählen, wenn ich auch nichts gegen den
übrigens schon älteren Namen Delirium sine Delirio einzuwenden habe.
Zustände, wie die von Döllken aufgeführten, ohne jede psychische
Alteration, dürften aber, falls sie Vorkommen, kaum noch den Namen
Delirium verdienen.
Im Gegensatz zu den abortiven stehen die mit besonderen schweren
körperlichen und psychischen Lähmungs- und Ausfallserscheinungen
einhergehenden Fälle, von Bonhoeffer (12) auch als „schwere
Delirien“ bezeichnet, eine Gruppe, zu der auch das Delirium febrile
Magnan’s und das sogenannte asthenische Delirium zu rechnen wären,
dagegen möchte ich nicht diese Abtheilung zu den atypischen Delirien
zählen, wie Bonhoeffer dies gethan hat; denn wenn sie auch alle
Symptome in besonderer Ausbildung darbieten, so sind es doch die
typischen, die in ihrer Schwere nur anscheinend dem ganzen Bilde etwas
Atypisches'verleihen. Auch Alzheimer (1) sieht das Delirium febrile,
das ja dem schweren Delirium Bonhoeffer’s zuzuzählen ist, nur als
eine besonders schwere Form des Deliriums an, mit dem es durch alle
Zwischenformen verbunden ist. Man kann bei diesen Delirien unter
scheiden zwischen solchen, die mit hohem Fieber, über 39 und 40 0
einhergehen, und solchen, die fieberlos oder doch nur mit geringen
Temperatursteigerungen verlaufen. Dieselben können von Anfang an
dies schwere Krankheitsbild darbieten oder dasselbe entwickelt sich erst

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