26
der motorischen Erregung, nach Aschaffenburg und Jacobson von
der Temperatursteigerung. Wo nicht schon vorher ein chronisches
Nierenleiden bestanden, verschwindet das Eiweiss wieder aus dem Urin.
Fürstner fand stets spärliche Blutkörperchen und hyaline Cylinder,
letztere beobachtete auch Ziehen hin und wieder. Acute Nephritis
kommt nach Siemerling (121) zuweilen vor, die Anschauung von
Hertz (55), dass dies stets bei jedem Deliianten der Fall sei, ist sicher
irrthümlich. Krukenberg sah nie schwerere nephritische Erschei
nungen. Naecke glaubt die Albuminurie bedingt durch Reiz auf das
Claude-Bernard’sche Centrum. Nach Fürstner ist Ursache dieser
functioneilen Störung eine Steigerung des Blutdruckes in den Arterien
der Nierenmarkkegel, doch stellt er auch die Möglichkeit, dass sie
cerebral, durch Lähmung der Centren, bedingt sein könnte, nicht in
Abrede. Dagegen ist sie nach'Wagner v. Jauregg(140) eine toxische
Albuminurie, nicht central bedingt, ebenso spricht sich Jacobson für
Infection oder Intoxication aus, weil er bei den Sectionen paren
chymatöse Degeneration der Nieren fand, was jedoch meines Erachtens
nicht so ganz beweisend ist, da in der Regel nur die schweren Fälle
zur Obduction kommen und es nicht mehr festzustellen ist, ob in den
betreffenden Fällen nicht schon vorher ein Nierenleiden bestanden, also
nicht die für das Delirium charakteristische transitorische Albumin
urie Vorgelegen hat. Was die Häufigkeit derselben angeht, so schwanken
die Angaben der verschiedenen Autoren erheblich. Vi Ilers hat nur
16 pCt., Eichelberg (33) und Fürstner 40 pCt., Oppenheim und
Ziehen 50 pCt., Krukenberg 52 pCt., Jacobson 60 pCt., Bon-
hoeffer 75 pCt., Liepmann(81) 76 pCt., dabei 52 pCt. transitorische
Albuminurie, Aschaffenburg giebt 40 pCt. an, bemerkt aber dazu,
dass diese Zahl zu niedrig, da die ihm zur Verfügung stehenden Journale
zum Theil lückenhaft. Bei 241 Fällen der hiesigen Klinik fand sich
159mal Eiweiss, also in 66 pCt. der Fälle, eine Zahl, die aber auch
jedenfalls zu gering ist, da bei vielen Kranken nur eine einzige Urin
untersuchung angestellt ist; ich konnte mich aber selbst wiederholt
davon überzeugen, dass das Eiweiss öfters erst im Verlauf des Deliriums
auftritt. Es Verschwindet zuweilen gleichzeitig mit dem Delirium oder
auch schon vorher, oder aber es überdauert den Anfall um einen oder
einige Tage. Cylinder wurden in den darauf untersuchten Fällen 11 mal
gefunden, die Menge des Eiweisses war sehr verschieden, von leichter
Opalescenz beim Kochen bis zu 2 pCt. nach Esbach. In diesem Falle
verschwand dasselbe allerdings nicht völlig bis zur Entlassung, die aber
schon 4 Tage nach Ablauf des Deliriums erfolgte. In einem anderen
Falle mit 1 pCt. Eiweiss mit hyalinen und gekörnten Cylindern und

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.