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Dagegen ist es sicher nicht zutreffend, dass alle Kranke darauf reagiren,
selbst wenn spontan massenhaft Sinnestäuschungen bestehen, kann der
Versuch misslingen. Ebenso kann man dem Kranken ein leeres Blatt
Vorhalten und nun sich erzählen lassen, was ersieht. Reichardt (109)
hat vor Kurzem diese Methode als etwas besonderes publicirt, sie ist
jedoch schon vor ihm vielfach angewandt worden und war, wie mir
aus persönlichen Mittheilungen von Herrn Geheimrath Siemerling be
kannt ist, schon zu C. Westphal’s Zeiten in der Charite allgemein
üblich, auch Cramer (28) erwähnt sie schon kurz. Auch damit gelingt
es nicht immer zum Ziel zu kommen und es ist viel zu weit gegangen,
wenn Reichardt glaubt, der Versuch schlage nie fehl, ebenso wie wohl
nicht ganz wörtlich zu nehmen ist, dass die Patienten nie müde werden
sollen, stundenlang über diese so erregten Visionen zu berichten. Wie
aber schon besonders Bonlioeffer (13) und Kraepelin (71) betonen,
bedarf es in der Regel dieser Hülfsmittel nicht einmal, es genügt meist,
wenn man die Aufmerksamkeit des Kranken in eine bestimmte Richtung
lenkt und ich stimme mit diesen Autoren überein in der Ansicht, dass
auch bei den angegebenen Methoden die Erregung der Aufmerksamkeit
das Wesentliche ist. So gelingt es meist ebenso gut, wenn nicht sogar
besser, die Kranken zum Halluciniren zu bringen, wenn man sie aus
dem Fenster sehen oder sie die Augen einfach schliessen lässt oder sie
in ein verdunkeltes Zimmer bringt. Den Anstoss giebt immer wieder
die nie völlig zu umgehende Suggestivfrage nach dem, was er sieht
oder bemerkt. Vor Allem ist mir immer gerade die Lebhaftigkeit der
Bilder aufgefallen, von denen die Patienten beim Blick aus dem Fenster
zu erzählen wissen.
Häufig ist die Art des Gesehenen abhängig von der gewählten
Methode. Auf einem Blatt Papier erkennen die Kranken meist Zahlen
oder Buchstaben, lesen auch wohl ganze Sätze ab, lässt man sie aus
dem Fenster blicken, so sehen sie bekannte Strassen und Häuser, Pas
santen etc. hier in Kiel auch häufig Schiffe; in dem Badewasser Fische
und Seetang. Auch tactile Hallucinationen sind in der Regel nicht
schwer zu suggeriren, z. B. lassen die Kranken sich Geld, Cigarren und
andere Gegenstände geben, mit denen sie dann weiter hantircn. Aller
dings sind dabei häufig wohl gleichzeitig Visionen mitbetheiligt. Ge-
hörshallucinationen lassen sich im Allgemeinen schlechter suggeriren.
doch gelingt auch dies zuweilen; die Kranken vernehmen dann Peit
schenknallen, Schiessen, Musik, Schimpfreden.
Bechterew (8) lässt die Kranken ihre Aufmerksamkeit auf das
Geräusch des Inductionshammers richten und ruft dadurch Acoasmen
hervor.

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