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chlorid, Manganochlorid, Calciumnitrit, Caliumdiphosphat u. a., wobei die
Farbe sich teilweise tagelang hält.
Grünfärbung: Entsteht durch Alkalien und kann durch Säuren
wieder in Rot verwandelt werden; so durch Natronlauge oder Kalilauge,
wobei aber, wie gesagt, später Entfärbung eintritt. Die grüne Farbe
bleibt dagegen lange erhalten nach Zusatz von Merkurichlorid, Merkuri
sulfat, Merkuronitrat, Borax, neutralem Kaliumtartrat, dreibasischem
Bleiacetat u. a.
Unverändert bleibt die blaue Farbe nach Schütteln mit Chloro
form, Aether, Benzin, Xylol, und sie konnte z. B. mit Xylol überschichtet
über einen Monat ziemlich unverändert aufbewahrt werden. Unverändert
ließen die Farbe auch folgende Stoffe, die bis zur Sättigung zugesetzt
wurden: Natriumchlorid, Baryumchlorid, Kaliumjodid, Kaliumchlorat,
Baryumnitrat, Strontiumnitrat, Kaliumacetat, Bleiacetat und Thymol.
Ausfällung: Ohne Veränderung der blauen Farbe habe ich keine
Ausfällung erreicht, auch nicht durch Aussalzen. Nur durch das ge
nannte Abdestillieren des Wassers unter herabgesetztem Drucke konnte
ich die blaue Substanz trocken erhalten. In grünen Flocken fällt der
Farbstoff aus durch Quecksilberverbindungen, wie Merkuronitrat oder
Merkurisulfat; auch durch dreibasisches Bleiacetat. — Rote Ausflockung
bewirkte Zinkchlorid und Natrium-Stannichlorid.
Von den anderen blauen Bakterienfarbstoffen habe ich nur zwei
beschrieben gefunden, die in Wasser löslich sind. Das Syncyanin der
blauen Milch ist nach Thumm 1 ) in Wasser und Glycerin löslich, in
allen anderen gebräuchlichen Lösungsmitteln nicht. Es wird aber durch
Säuren nicht rot und durch Alkalien nicht grün und zeigt auch noch
andere Abweichungen.
Dann bildet der Micrococcus cyaneus auf Nährböden gesättigt
kobaltblaue Ueberzüge, deren Farbstoff in Wasser löslich sei und wie
Lackmus durch Säuren rot, durch Alkalien wieder blau (nicht grün)
werde. Am nächsten scheint dem Amylocyanin das „Blumenblau“ oder
Anthocyanin zu stehen, das in Blättern höherer Pflanzen vorkommt.
Es wird auch durch Säuren rot und durch Alkalien grün; auch bildet
es mit Bleizucker und anderen Stoffen grüne in Wasser unlösliche Ver
bindungen; es soll aber außer in Wasser noch in (absolutem?) Alkohol
löslich sein. Da die Blätter der höheren Pflanzen der Entstehungsort
der Stärke sind, so wäre vielleicht auch bei diesem Farbstoffe eine Be
ziehung zur Stärke nicht ausgeschlossen.
1) Thumm, Arbeiten aus dem bakteriologischen Institut Karlsruhe. Vergl. auch
Lehmann-Neumann, Bakteriologische Diagnostik. 4. Aufl. p. 62.
Frommannsche Buchdruckerei (Hermann Pohle) in Jena. — 3311

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