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bodenschicht strahlenartig angeordnete Fäden (Hyphen) aussendet; der
zur Streptotlirix-Gruppe gehörige Aktinomyces hat ja seinen
Namen von solcher radialen Anordnung. Diese Fäden liegen innerhalb
des Nährbodens und erweitern durch ihr Spitzenwächstum den Umfang
der Kolonie immer mehr. Bald beginnt die Bildung des kreidigen Belages,
und zwar entweder wie in den Figg. 4 und 13 in der Mitte, oder wie in der
den Figg. 2,10 und 11 die Mitte freilassend sofort schon als Ring. Von ihm
durch eine Lücke getrennt, entsteht einige Tage später der nächste Ring.
Das Mikroskop zeigt das Zustandekommen dieses kreidigen Belages ge
nauer : Die Lufthyphen entstehen nicht etwa an der Peripherie, sondern die
Spitzen der radialen Fädchen sind meist schon dort, wo sich später der
Fig. 10. Zentraler Ring einer Kolonie von Streptothrix coelicolor in
dünner Traubenzuckeragarsehicht auf Petri-Schalendeckel; lebend; ungefärbt; in
durchfallendem Lichte. Yergr. 100 :1.
folgende kreidige Ring bilden wird, oder noch weiter, wie in Fig. 13. Zuerst
sieht man, im durchfallenden Lichte bei offener Blende, dunkle Punkte und
bakterienartige Stäbchen über die Oberfläche hervorragen; blendet man ab,
so erkennt man bei Anwendung der Mikrometerschraube, daß sie Zweige
der im Nährboden radial verlaufenden, vegetativen Fäden sind. Sie ver
zweigen sich bei ihrem Wachtum in der Luft, und zeigen anfangs keine
Differenzierung ihrer Leibessubstanz; später aber sieht man mit stärkerer
Vergrößerung eine Zerschnürung in kokkenartige Gebilde, Streptokokken
vergleichbar oder den Fruchtformen von 0 i d i u m. Auch im auffallenden
Bogenlichte sah ich diese Zerschnürung, wobei jedes einzelne Kügelchen
weiß auf leuchtete (Zeis s-Apochromat 16 mm, Komp.-Okular 12). Auch
liegen einzelne solche kokkenartige Gebilde auf dem Nährboden verstreut.
Man hält sie ja für Frucht- und Dauerformen, und mehrere Forscher

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