Full text: George Colman the Elder's Komödie "The Man of Business" und die Farce "The Deuce is in Him"

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Lindor, ein jugendfrischer, lebenslustiger und leichtfertiger 
Rittmeister, erregt durch seine Anmut und sein feuriges Tempera 
ment die Aufmerksamkeit der Witwe Belise, mit der ihn (von 
seiten ihres verstorbenen Gatten) verwandtschaftliche Bande ver 
knüpfen. Trotz seiner edlen und stolzen Gesinnung wird er von 
ungemessener Eitelkeit beherrscht, die ans Stutzerhafte grenzt. 
So rühmt er sich mitunter seines schönen Wuchses und Aus 
sehens, was ihm allerdings keiner bei seiner fast kindlichen Naivi 
tät verübelt. Gerade diese eigenartige Verbindung von todver 
achtendem Mut und mädchenhafter Eitelkeit in Lindors Wesen 
läßt ihn in Belises Augen nur um so anziehender erscheinen. Er, 
der gleich beim ersten Anblick in Liebe zu ihr entbrannt ist, sieht 
seine Neigung erwidert. Ungestüm gesteht er ihr eines Tages 
seine Wünsche, deren Erfüllung er herbeisehne, nämlich seinen 
ersten Waffengang mit den Engländern zu führen und zwar an 
ihrer Seite. Versucht sie auch, ihm beides auszureden, so gibt 
er sich dennoch der Hoffnung hin, durch Waffenruhm ihre 
Hand zu erstreiten. Narbenbedeckt von seinem ersten Feldzuge 
heimzukehren, ist das Ziel seines glühenden Strebens, dies allein 
vermöchte seinen hochfliegenden Stolz zu befriedigen. Zitternd 
heißt sie ihn, seine Pflicht als Edelmann zu erfüllen, sie aber nicht 
mit Prophezeiungen zu ängstigen. Die Wirkung seiner Worte 
erfreut ihn, erkennt er doch an ihrer Besorgnis die Liebe, die 
sie für ihn hegt. Hoffnungsfroh erwägt er, welch ungleich stär 
keren Eindruck auf ihr Gemüt der Anblick wirklicher Wunden an 
seinem Körper hervorbringen müsse, ln den zwei Monaten, die 
Lindor und Belise zusammen sind, gewinnt ihre Liebe an Innig 
keit und Stärke. Doch infolge seiner Schüchternheit und seines 
Unvermögens, seinen wachsenden Einfluß auf ihr Herz zu be 
urteilen und sein Verhalten zu ihr entsprechend einzurichten, 
glückt es ihm nicht, sie zur Heirat zu bestimmen. — Die 
drohenden Nachrichten vom bevorstehenden Ausbruche eines 
Krieges lassen Belise ihren schwachen Widerstand gegen Lindor 
völlig aufgeben. Ja, sie macht sich sogar unberechtigte Vor 
würfe über ihre Härte und Strenge gegen ihn. Voll Verwunderung 
erkennt sie die Ausdauer und Treue des edel empfindenden 
Lindor. Der unerwartet schnelle Ausbruch der Friedensunter 
handlungen wirkt aber geradezu lähmend auf sie ein. Der Ge 
danke, daß der Geliebte in den Kampf, vielleicht auch in den
	        

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