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irgend möglich, mit freudiger Miene willkommen zu heißen und
so dem Eindrücke zu wehren, als habe er ihre Gunst verloren.
Fest gelobt sie sich, alles zu tun, um dem Obersten keine Krän
kung zuzufügen.
Szene 4. Kaum hat sich Beiford seines Auftrages entledigt,
als bereits Tamper, der seine Ungeduld nicht länger bezähmen
kann, mit schwarzer Binde über dem einen Auge und einem
hinkenden Fuße erscheint. Freudestrahlend begrüßt er Emilie,
die bei seinem Anblick in Tränen ausbricht. Ihre Wehmut, in
der sich die Teilnahme an seinem Mißgeschick spiegelt, ist ihm
durchaus nicht recht. Wie sehr er sich auch seiner Wunden
rühmt, die er um keinen Preis missen möchte, Emilie vermag er
dadurch nicht fröhlicher zu stimmen. Nachdem er eine Schilde
rung seiner durchlebten Kämpfe gegeben, versucht er von neuem,
Emilie aufzuheitern mit dem Hinweis auf die vielfachen schweren
Unglücksfälle, die ihn daheim hätten treffen können. Doch ge
rade die entgegengesetzte Wirkung ruft er mit der Art seiner
Darstellung hervor, die an Härte gewinnt durch seine derbe
Sprache: Emilie verliert nahezu die Besinnung. Weinend schleppt
sie sich mit Hilfe Beils zu ihrem Zimmer, während Tamper sein
baldiges Wiederkommen in Aussicht stellt, sich kaum bewußt, wie
schweres Leid er seiner Geliebten angetan hat.
Szene 5. Tamper hat sich nur verstellt, seine Ver
wundungen sind lediglich fingiert. Er ist ungemein gespannt,
wie sich Emilie wohl in der Folge zu ihm stellen werde. Sein
grausames Verhalten der zartbesaiteten Verlobten gegenüber er
fährt auch scharfen Tadel von seiten Beifords. Vor ihm sucht
Tamper seine List zu rechtfertigen, die ihm nur als Prüfstein
dienen sollte, um die Treue seiner Braut auf die Probe zu stellen.
Von seiner widersinnigen Idee, um seiner selbst willen geliebt zu
werden, läßt er sich nicht durch Beiford abbringen. Als Ge
räusch an Tampers Ohr dringt, fällt er unverzüglich in die hinkende
Stellung zurück.
Szene 6. Der neue Ankömmling ist Prattle, der Arzt, zu
dem man Emiliens halber geschickt hat. So knapp auch seine
Zeit bemessen zu sein scheint, so findet er gleichwohl noch Muße,
sich zunächst Beifords Freund, der sich eiligst entfernt, vorstellen
zu lassen, um dann lang und breit die Stadtneuigkeiten zu er
zählen, Erst als ihn Beiford an seine Patientin erinnert, macht

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