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seine offene Sprache trägt ihm manchen Verdruß und Spott ein.
Wennschon seine gegen Fable erhobenen Vorwürfe schlagende
Widerlegung durch diesen erfahren, so hat er gleichwohl nicht
die Lehre daraus geschöpft, mit seinen Behauptungen künftighin
vorsichtiger zu sein. Denn im selben Augenblicke, wo Fable
von allen Seiten in die Enge getrieben wird, sagt auch er von
ihm sich los, er, der doch über Fables Pläne nicht im Unklaren
war! Die Erklärung für diese befremdende Haltung seinem besten
Freunde gegenüber liegt darin, daß alles, was nicht klar vor
seinem Auge steht, sein Mißtrauen erweckt. Tropick ist wohl
eingeführt, um die Licht- und Schattenseiten Fables noch schärfer
heraustreten zu lassen.
Beverley ein junger, gutmütiger Mensch, edel und groß
herzig angelegt, wird durch seine Umgebung mit Vorurteilen
schlimmster Art erfüllt. Ausgelassenes Vergnügen und allerlei Aus
schweifungen bilden nun das einzige Geschäft, dem er noch ob
liegt. Doch das Schwelgen in sinnlichen Genüssen vermag ihm
auf die Dauer keine Befriedigung zu verschaffen. Unter den
harten SchicksalsschlägenV die in der Folge über ihn hereinbrechen,
fingt er sich dank, dem heilsamen Einwirken Lydias zu sittlicher
Läuterung durchDer Kern seines Wesens kommt recht eigent
lich zur Geltung .bei der großmütigen Entsagung zugunsten seines
Freundes, dem er sein Liebstes überläßt. Offenheit und Frei
mütigkeit, unbegrenztes Vertrauen auf seine Freunde, Dankbarkeit
für ihm erwiesene, Wohltaten, Abneigung gegen Falschheit und
Trug sind die hervorragenden Charakterzüge Beverleys.
Denier, scheinbar der beste Freund Beverleys, ist ip
Wirklichkeit sein schlimmster Fejnd. Mit welcher raffinierten Ver
schlagenheit weiß er den offenherzigen Beverley in dem Glauben
an seine unwandelbare Treue zu erhalten, ein Meister in der
Kunst der Vorstellung! Sein ganzes Streben geht lediglich dahin,
rücksichtslos seine eigenen Interessen auf Kosten Beverleys durch
zusetzen. Um so leichter zwingt er diesen in seinen Bannkrejs,
als gerade er durch Glattzüngigkeit und gewandte Umgangsformen
sich bestechen läßt, ln schrankenlosem Egoismus mißbraucht
er Beverleys Vertrauen. Um Lydias Hand bewirbt er sich erst,
als er sie im Besitze eines großen Vermögens weiß. Er geht
so weit, Goldings Verhaftung zu erwirken, ^minder auf dessen
Ehre als auf .seinen eignen Vorteil bedacht. Der doppelsinnige

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