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soll er indes Aurelly über die drohende Gefahr hinweghelfen.
Nach schwerem Ringen zwischen Ehre und Freundespflicht ent
schließt er sich, das ihm vermöge seines Amtes als Hauptein
nehmer der Pachtbeträge unterstehende Geld einschließlich seines
eigenen zu Gunsten des Freundes zu verwerten. Mit diesem
Schritt setzen die heikelsten Situationen für ihn ein. Zu früh
verlangt der Generalpächter die der Kasse entnommenen Gelder!
Notgedrungen muß sich Melac zu dem Bekenntnis herbeilassen,
daß er erst nach drei Wochen die Summe aufbringen könne.
Wie scharf sich auch die Probe für ihn gestaltet, seinem Vorsatz,
den wahren Sachverhalt nicht aufzudecken und so dem Freunde
zu dienen, bleibt er getreu. Erst die Erklärungen des Kassierers
Dabins, der nicht länger zurückhalten kann, erweisen die edel
mütigen Absichten Melacs.
Gleich Melac ist Fable bestrebt, seinem Pflegebefohlenen
Beverley der Retter in der Not zu werden, an der er in gewissem
Sinne etwas die Schuld trägt. Melac hat zwar keineswegs das
Mißgeschick Aurellys mitverschuldet, steht aber in engstem Ver
hältnis zu dem braven Freunde, der ihm ein zweiter Vater ist und
ihm aus Armut zu Glück und Wohlstand verholten hat. Ver
greift sich Melac an seinen Kassengeldern, so Fable an dem
Deposit der Lydia, ein zwar verwerfliches Verfahren, das indes
nur um so glänzender die hingebende Freundestreue verrät. Beide
empfinden inneres Widerstreben gegen diesen Entschluß, doch
kämpft Melac, der sich der Tragweite seines Handelns nicht ver
schließt, einen schwereren Kampf als Fable, der kaum mit einer
ungünstigen Wendung der Dinge zu rechnen scheint. Wie Melac
gerät auch Fable in schnöden Verdacht und in die denkbar
übelsten Lagen, aus denen beide jedoch schließlich siegreich
hervorgehen.
Es erhellt hieraus, daß die Beaumarchais’ Drama durch
ziehende Grundidee von Colman übernommen worden ist, bei
dem sie allerdings nur die beiden letzten Akte beherrscht, wie
dies ausführlich Teil I. der Untersuchung zeigt.
Weitere Züge, wenngleich nur solche von untergeordneter
Bedeutung, sind aus „Les Deux Amis“ in den „Man of Business“
übergeflossen und zwar auf Lydia, die gleich Pauline schon bei
der Geburt die Mutter verloren hat, dann unter eigenartigen Ver

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