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nur seine Pflicht erfüllt hat, schreckt vor der Größe der Gefahr
nicht zurück. Kurze Überlegung belehrt ihn, daß kein anderes
Mittel bleibt, die drohende Katastrophe abzuwenden, als neben
seinem eignen Gelde das ihm anvertraute Deposit Lydias zu be
nutzen. So sehr sich auch sein Gewissen gegen diesen Schritt 1 )
aufbäumt, der Ernst der Lage erfordert es.
3. Die nächste Szene bietet einige drastische und anziehende
Züge. Der Diener Beverleys sowie Mrs. Flounce, die in Diensten
der Mrs. Golding steht, kommen überein, ihrer Herrschaft wegen
der spärlichen Aussicht auf Auszahlung ihres Lohnes zu kündigen.
Beide schimpfen über die Anmaßung und die albernen Aussprüche
ihrer Herrin. Komisch mutet der Entschluß der Mrs. Flounce an,
ein Pensionat zu gründen, um jungen Damen Bildung und feine
Gesittung beizubringen.
4. Ihr Gespräch findet eine Unterbrechung durch das Er
scheinen von Golding, der just aus Indien heimkehrt. Sehr 2 )
verwundert es ihn, daß weder Fable noch Beverley noch seine
Gattin anzutreffen sind. Er macht sich auf etliche Überraschungen
gefaßt, und in der Tat, an solchen wird es ihm nicht fehlen.
5. Denn schon stößt er aufTropick, der gerade dem jungen
Beverley die Rimessen abliefern möchte. Ein Gespräch ist bald
im besten Gange. Als Golding dahinter kommt, daß sein eignes
Geld auf dem Spiele steht, erhebt er als Besitzer der Rimessen
Anspruch auf die Summe. 3 ) Tropick, der stutzig wird und eine
Falle wittert, verweigert hartnäckig die Herausgabe, um alsdann
schleunigst zu Fable zurückzueilen in der schmerzlichen Erkennt
nis, daß er ein zweites Mal genasführt worden ist.
5. Golding vermag sich kaum vor Staunen zu fassen, oben
drein kann er nicht klug werden aus dem Gerede, das über
Beverleys Heirat in Umlauf ist. Er findet sich bereits mit dem
! ) cf. Les Deux Amis, Acte II, scene 4, mit Fables Monolog (p. 185
a. a. O.)!
2 | Die Worte des heimkehrenden Golding erinnern an die des Chremes
im Phormio I, 6.
9 ) Trinummus IV, 2 ist sicher das Vorbild für das jähe Zusammen
treffen Tropicks und Goldings und die daraus hervorgehende Szene. Col-
man stellt die Vermutung auf, daß Shakespeare den Trinummus IV, 2 in
„The Taming of the Shrew“ verwandt habe, cf. die Schlußanmerkung zu
„The Treasure“ IV, 2 (p. 71) in B. Thornton „Comedies of Plautus“, vol, II.

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