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gefüh! als eine wohlwollende x ) Richterin. Eindringlich schärft
sie ihm ein, sich mannhaft gegen die Schicksalsschläge aufzu
richten und gegebenenfalls gegen die Versuchungen im Glück
standhaft zu bleiben. Ueberdies warnt sie ihn vor der Ver
schlagenheit Deniers, der es auf seine Ausbeutung abgesehen
hätte. Freimütig eröffnet sie ihm, daß trotz all seiner liebens
würdigen Eigenschaften seine modische Eitelkeit allmählich ihre
Neigung zu ihm zu ersticken gedroht hätte. Ihr Versprechen, daß
ein Antrag Deniers auf ihre unbedingte Abweisung stoßen würde,
belebt seine Hoffnung von neuem, die in überschwengliche Freude
übergeht, als sie ihm keine Zweifel mehr an ihrer Liebe läßt.
Willig überläßt er sich ihrer Führung in den künftigen Wechsel
fällen des Lebens.
Bot der erste Akt den Entschluß Fables, in den Lebensgang
seines Pflegebefohlenen rettend einzugreifen, so vollzieht sich im
zweiten die Verwirklichung dieses Vorsatzes und die daraus er
wachsenden Folgen für Beverley: der Treubruch seiner Freunde
und das sich regende Selbstvertrauen, das an Lydias inniger
Liebe festeren Halt gewinnt.
Ein feiner Zug im Stück ist es, wenn der verschmitzte
Denier erst nach dem finanziellen Ruine Beverleys mit der Ab
sicht, um Lydia zu werben, herausrückt. Jetzt kann er es ja auf
eine etwaige Entzweiung ankommen lassen, da ja von dem ver
armten Beverley kein Gewinn mehr zu erhoffen ist!
Akt HI.
1. Tropick vermag nicht unbedingt der öffentlichen Meinung
beizustimmen, die seinen alten intimen Freund Fable zum Erz
schurken stempelt, der da? Unglück Beverleys zu seinem Vor
teile ausgenutzt hätte. In seiner 2 ) sittlichen Entrüstung jedoch
will er der Sache auf den Grund gehen und von Fable selbst
Aufklärung heischen.
*) Die Schlußszene schließt sich vielfach an Marmontel an (a. a. O.
p. 137 ff.) bis auf die Figur Deniers, die wohl Colmans eigene
Schöpfung ist.
3 ) cf. den I. Akt des Trinummus, der im wesentlichen die Vorlage
für den Dialog bildet.

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