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große Anhängerschaft, bei der Aufführung über das schwache
Stück erbarmungslos herzufallen und ihm so die Aussicht auf
einen Erfolg gleich abzuschneiden. Siegesbewußt verheißt er
seinen Anhängern, daß „To-morrow’s Chronicle“ und „The
Morning Post“ ihre beherzte Haltung in überschwenglichem Lobe
der Welt verkünden würden.
Vermutlich mußte Colman mit Anfeindungen seitens einer
gehässigen Parteikritik rechnen; durch diese Taktik glaubte er
wohl am sichersten den Angriffen von vornherein die Spitze ab
zubrechen und zugleich die Zuhörer für sein Werk zu ge
winnen.
Allen Stücken in der vierbändigen Ausgabe von 1777 ist ein
Personenverzeichnis mit den Namen der auftretenden Schauspieler
beigegeben. Die einzelnen Szenen sind nicht besonders numeriert,
nur die Akte.
Akt I.
1. Der Direktor macht uns sogleich mit seinem Haupt
helden Fable, dem Vertreter des in Indien weilenden Bankinhabers
Golding, bekannt. Seine Ansicht über die Lebensführung des
jungen Beverley, des Teilhabers des Bankhauses, der seiner Vor
mundschaft untersteht, prallt auf die der Frau Golding, die gerade
von einer Maskerade heimgekehrt ist. Sie kann es nur billigen,
daß ihr junger Freund sich stets in nobler Gesellschaft aufhält
und sein Geschäft vernachlässigt, ja sie bestärkt ihn sogar in
diesem verderblichen Hange. Wenn es nach ihr ginge, so wäre
Beverley schon längst Mitglied des Parlamentes und nicht ein
„Mann von Geschäften. 1 )
Fable indes malt Beverley nicht in den nämlichen glänzenden
Farben. Er tadelt seine Eitelkeit und Vergnügungssucht, die
einen gefährlichen Charakter infolge des steten Verkehrs mit
Gecken und Verschwendern annähme. Gründlich durchschaut
er die adligen Stutzer, die Beverleys Freundschaft lediglich zum
Zwecke der Ausbeutung pflegen. Um den zu flott lebenden
Beverley zur Umkehr zu vermögen, glaubt er aber der Unter
stützung durch Frau Golding nicht entraten zu dürfen. Doch
seine Bemühungen, diese für seine gutgemeinten Pläne, die in
erster Linie Beverleys sittliche Läuterung bezwecken, zu gewinnen,
scheitern an ihrer Oberflächlichkeit.
i) Dies der Titel der deutschen Übersetzung von Christ. Heinr.
Schmid: Engl. Theater, Th. 6 (Danzig und Leipzig) 1776. 8.

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