K. Simon, Beiträge zur Kenntnis der Mineralfarben.
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Beim Glühen von Rauchquarz erhielt er eine empyreumatisch
riechende Flüssigkeit und einen als Kohle angesprochenen Be
schlag, während der Quarz sich entfärbte.
0. Lehmann 1 , J. W. Retgers 2 und Rosenbusch 3 erweiterten
die Kenntnis der durch organische Substanz dilut gefärbten
anorganischen und organischen Salze. Diese Arbeiten ließen
schon erkennen, daß unorganische Salze nur in Ausnahme
fällen eine Färbung durch organische Substanz erhalten,
aber Retgers glaubte doch ganz allgemein, mit wenigen Aus
nahmen organische Substanz als Träger der Farbe annehmen
zu müssen.
Auf einen ganz entgegengesetzten Standpunkt stellte sich
Weinschenk 4 . Er suchte überall den anorganischen Charakter
der färbenden Agentien zu erweisen und nahm analog den
durch Metalloxyde gefärbten Glasflüssen auch für natürliche
Farben höhere oder niedere, z. T. noch hypothetische Oxyde an.
Demgegenüber verteidigten L. Wühler und K. v. Kraatz-
Koschlau 5 für eine bestimmte Anzahl von Mineralien mit
aller Energie den organischen Charakter des Pigments. Sie
wiesen qualitativ und quantitativ das Vorhandensein von C,
H und N in Zirkon, Rauchquarz, Amethyst, Cölestin, Fluß
spat, Apatit, Baryt, Steinsalz, Kalkspat, Mikroklin und Topas
nach. Den qualitativen Nachweis eines organischen Farbstoffes
hielten sie für erbracht, wenn das Mineral beim Glühen
empyreumatisch roch, im O-Strome C0 2 lieferte und während
der Entfärbung Phosphoreszenz zeigte.
Spezia (dies. Jahrb. 1877. -304-; 1900. II. -344-), der
schon früher die Farbe des braunen Zirkons auf eine Spur
von Eisen, also einen anorganischen Körper zurückgeführt,
aber daneben die Gegenwart von Kohlenwasserstoffen zu
gegeben hatte, brachte in seiner zweiten Arbeit weitere Be
weise für den anorganischen Charakter des Farbstoffes, und
auch Weinschenk 6 blieb bei seiner Ansicht.
1 0. Lehmann, Zeitschr. f. phys. Chem. 1891. 8. 543.
3 J. W. Retgers, Zeitschr. f. phys. Chem. 1893. 12. 600.
3 Rosenbdsch, Mikrosk. Physiogr. d. Min. 1892. p. 210.
4 Zeitschr. f. anorg. Chem. 12. 1896. p. 375.
* Tschermak, Min. u. petr. Mitt. 18. 1899. p. 304 u. 447.
6 Ibid. 1900, 19. 144.

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