K. Simon, Beiträge zur Kenntnis der Mineralfarben.
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Behandlung mit Radiumstrahlen.
Der in den Versuchen in Sauerstoff unter No. 4 beschrie
bene Kristall wurde 32 Tage der Radiumbestrahlung aus
gesetzt. Anfangs zeigte sich keine Änderung, dann im Dunkeln
schwache Phosphoreszenz und schließlich durchgehend hell
rötliche Färbung. Die Farbe war ziemlich lichtbeständig und
hatte in 4 Wochen kaum abgenommen.
Die durch Glühen grünlich gewordenen Kristalle sind
ebenfalls lichtbeständig, und auch ein im Dunkeln aufbewahrter
Kristall hat sich nicht verändert.
5. Topas von Brasilien.
Den Schluß in der Reihe der Untersuchungen bildet der
brasilianische Topas. Die ursprüngliche Farbe dieses Minerals
ist hell bis orangegelb. Bekannt ist ferner, daß sie durch
Glühen in Rosa bis Rötlichviolett übergeht. Diese Eigen
schaft findet in der Edelsteinschleiferei Verwendung. Wöhler
und v. Kraatz-Koschlau halten das die Gelbfärbung be
dingende Agens für organisch, während das Rosa durch Chrom
hervorgerufen sein soll.
Auch hier wurde die Abhängigkeit der Farbenänderung
von oxydierendem und reduzierendem Gas untersucht, ebenso
wurde auf Gegenwart von Verbrennungsprodukten organischer
Substanzen in den durchgeleiteten Gasen geprüft.
Der Gang der Untersuchungen ist unverändert.
Das Material wurde vorher gut mit Salpetersäure, Äther,
Alkohol und destilliertem Wasser gereinigt und im Exsikkator
getrocknet.
Entfärbungsversuche mit Topas in Wasserstoff.
No. 1. Ein leuchtend gelblichbrauner Kristall wird lang
sam erwärmt. Es bilden sich schwärzliche Absonderungen auf
einzelnen Rissen, während die Farbe mit 300° C beginnend
verblaßt. Nach 20 Minuten sind 500° C erreicht, der Kristall
ist hell rosa geworden mit einem Stich ins Gelbliche; nach
weiterem Erhitzen bei konstanter Temperatur hell rosa.
Weitere Temperatursteigerung auf 750° C, in der Hitze farb
los, erkaltend schwach rosa, intensiver bei Zimmertemperatur.
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