K. Simon, Beiträge zur Kenntnis der Mineralfarben.
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teilt; hellere Zonen wechselten mit dunkleren und ganz farb
losen ab. Auch völlig regellose wolkige Pigmentierung war
nicht selten. Auf Bruchflächen war häufig festungsartige
Struktur zu erkennen.
Der Uruguay-Amethyst 1 war durchgehend tief violett.
Neben Bruchstücken fanden sich kleine, sehr schön aus
gebildete durchsichtige Kristalle mit -(- R und — R. In der
Farbenverteilung ähnelten sie den Brasilianern.
Tief violett war auch das Auvergner Material. Von
diesem Fundort standen aber nur Bruchstücke zur Verfügung;
Kristallflächen wurden nicht beobachtet. Die Farbenverteilung
war wolkig unregelmäßig, meistens waren die Stücke ein
wenig trüb und undurchsichtig.
Der unter dem Namen gebrannter Topas aus Brasilien
importierte hell- bis dunkelbraune Quarz zeigte optisch viele
Ähnlichkeit mit Amethyst. Da er wenigstens z. T. für Amethyst
gehalten wird, der seine Farbe bei höherer Temperatur ge
ändert hat, so wurde auch er in den Bereich der Unter
suchung gezogen. Die Farbe schwankte zwischen hell gold
gelb und dunkelbraun, die Verteilung war der des Amethyst
entsprechend.
Vor dem Erhitzen wurden die Kristalle sorgfältig mit
Äther, Alkohol und destilliertem Wasser gereinigt und längere
Zeit über Chlorcalcium und Schwefelsäure getrocknet.
Erhitzungsversuche mit Amethyst in Wasserstoff.
Da eine Anzahl Forscher das färbende Agens ganz oder
doch z. T. für organisch halten, so waren die Reagentien durch
die zu erwartenden Verbrennungsgase bedingt. Wöhler und
v. Kraatz-Koschlau haben Kohlenwasserstoffe, Nabl Rhodan
eisen gefunden. Beim Erhitzen in H konnte sich C und Fe
abscheiden und C0 2 , H 2 0, NH S , H 2 S bilden. Wasser sollte
durch geglühtes Ferrosulfat, C 0 2 durch Baryumhydroxyd, H 2 S
durch Bleipapier (Filtrierpapier mit Bleiacetat getränkt und
angefeuchtet), NH 3 durch Nessler’s Reagens nachgewiesen
werden.
1. Hellvioletter Amethyst aus Brasilien wird langsam er
wärmt und beginnt bei 300° C sich zu entfärben. Völlig
1 Beschrieben von K. Brauns, Mineralreich, p. 271.

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