K. Simon, Beiträge zur Kenntnis der Mineralfarben. 267
Die Ähnlichkeit der Entfärbungserscheinungen natürlicher
und künstlich durch Radium gefärbter Kristalle ist außer
ordentlich groß, die Temperatur liegt ungefähr in den gleichen
Grenzen, bei beiden tritt lebhafte Phosphoreszenz auf, und
die Entfärbung ist unabhängig vom umschließenden Medium.
Die beschriebenen Versuche haben die Ansichten von
Wöhler und v. Kraatz-Koschlau wenig, die von Spezia z. T.
bestätigt.
Auch beim tasmanischen Zirkon zeigte sich, daß in H
entfärbte Kristalle, in 0 geglüht, wieder rötlich werden können.
Es ist wohl möglich, daß dieser Anteil an der Färbung auf Fe
zurückzuführen ist, aber eine solche Wiederfärbung tritt keines
wegs bei allen Kristallen auf und ist im Vergleich zur
ursprünglichen Farbe sehr schwach. Das Pigment war bei
den tasmanischen Kristallen, an denen diese Erscheinung wahr
genommen wurde, nicht regelmäßig durch die ganze Substanz
verteilt, sondern es trat in Flecken auf und besonders intensiv
auf Rissen, die den Stein durchzogen.
Der übrige Anteil an der Färbung wird von Wöhler und
v. Kraatz-Koschlau einer organischen Substanz zugesprochen,
die in der Hitze zerstörbar und flüchtig sein soll und sich im
Sauerstoffstrome durch Entwicklung von Verbrennungs- und
Destillationsprodukten bemerkbar macht. Dieses konnte nicht
bestätigt werden. Verbrennungsgase und bei kleineren Sub
stanzmengen schwache Destillationsprodukte treten bei Zirkon
sicherlich auf, aber sie stehen nicht in einwandfreiem Zu
sammenhänge mit der Farbe; sie lassen sich auch bei Kristallen
nachweisen, die bei starkem Glühen keine Veränderung zeigen.
Ebenso trifft es nicht zu, daß besonders intensiv rote Steine
eine merklich größere Menge von C0 2 liefern. Die färbende
Substanz kann wohl durch Erhitzen geändert werden, aber
sie ist nicht flüchtig. Kristalle, die lange auf höchste Glüh
hitze gehalten wurden und völlig farblos geworden waren,
nahmen infolge Bestrahlung mit Radium wieder intensive
nelkenbraune Farbe an; eine organische Substanz hätte da
längst zerstört und vergast sein müssen. Es ließe sich hier
ein wenden, daß den Verbrennungsgasen der Austritt aus dem
Innern des Kristalles nicht möglich war. Dann hätte bei
Wiederfärbung das Innere sich durch Intensität auszeichnen

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