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Quellungsellipsoids die größte des Elaslizitätsellipsoids und
umgekehrt. Unter dem Polarisationsmikroskop wurde unter
Benutznng von Gipsplättchen von Hot zweiter Ordnung fest
gestellt, daß einerseits zwischen den einzelnen Zellen kein
Unterschied vorhanden ist, daß also der Schluß möglich ist,
daß kein Unterschied in der Quellfähigkeit existiert. Andrer
seits ließ sich konstatieren, daß sämtliche Stereulen das für
Bastzellen typische Verhalten aufweisen. In der Längsrichtung
war die größte Achse des Ellipsoids parallel den Spiralstreifen
angeordnet. Auf dem Querschnitt fiel sie in die Richtung der
Tangente. Übrigens sei noch bemerkt, daß die Cuticula sehr
stark doppelbrechend ist. Auch die schon früher erwähnten
Gelenkzellen sind, wenn auch in geringem Maße, optisch
anisotrop.
Wir haben soeben gesehen, daß innerhalb gewisser
Grenzen eine Beteiligung an der Einrollung aktiv stattfindet.
Wir kommen jetzt zu der anderen Frage, ob nämlich das
grüne Gewebe und die Oberhaut als antagonistisch wirkende
Seiten eines Bewegungsapparates aufgefaßt werden können,
wobei der Stereidenschicht eine passive Beteiligung zukommen
würde. Eine Reihe von Moosen und Flechten, sogar einige
Gefäßkryptogamen können ein völliges, bezw. sehr starkes
Austrocknen vertragen. Sie machen dabei gewisse Verände
rungen bezw. Deformationen durch, wie sie von Schröder 1 )
näher beschrieben werden. Für unsere Frage ist es nun be
sonders wichtig, daß die Zellen des grünen Gewebes stark
zusammenschrumpfen, wobei es zu einer Faltung der Membran-
zelhvände kommt. Es findet somit eine sehr erhebliche Ver
kürzung des grünen Gewebes nach den verschiedensten
Dimensionen statt. Da nun eine solche innerhalb der
Stereidenschicht infolge der erheblich dicken Zellwände nur
in ganz geringem Maße stattfindet — auch die Größenunter
schiede infolge Quellung treten gegenüber diesem Faktor stark
in den Hintergrund —, so muß aus dem antagonistischen
Verhalten beider Gewebepartien eine Einrollung nach der
’) Über die Austrocknungsfähigkeit der Pflanzen. Tübinger Unter
suchungen. 86. p. 44.

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