Petersen, Zur vergleichenden Anatomie des Zentralzylinders etc.
mittleren Region war im allgemeinen ein Alter der Keimlinge von
ein bis zwei Woeben erforderlich.
Vor allem aber handelte es sich darum, festzustellen, ob ein
direkter Einfluß des Mediums schon auf diese jungen Keimpflanzen
stattfinde oder nicht, d. h. ob ein verschiedener Wassergehalt des
Bodens, worauf es uns hier nur ankommt, in dem Bau der Keim
wurzeln einer und derselben Pflanzenart Unterschiede hervorruft.
Daß die Wurzeln der in Wasser, feuchter und trockener Erde sich
entwickelnden Keimlinge einer Pflanze charakteristische Unter
schiede aufweisen, ist u. a. von Constantin (5), Mer (13) und
Perseke (14) nachgewiesen worden. Diese Untersuchungen be
schäftigen sich jedoch, wenigstens teilweise, vielleicht sogar aus
schließlich, mit älteren Wurzeln als sie hier benutzt wurden. Sie
zeigen, daß, abgesehen von einigen äußeren Eigentümlichkeiten,
im Wasser gewachsene Wurzeln eine Reduktion des Zentralzylinders,
meistens auch eine Verringerung der Rinde, vor allem aber eine
kleinere Zahl von Gefäßen, weniger Mark und Bast aufweisen als
solche, die in Erde gewachsen' sind, daß aber auch ganz allgemein
sehr feuchtes Erdreich ähnliche Wirkungen auf die Wurzel ausübt
wie das Wasser allein.
Um nun festzustellen, ob derartige Unterschiede schon bis zu
den für die späteren Untersuchungen in Betracht kommenden Alters
stadien in den Papilionaceen-Wurzeln auftreten können, wurden mit
einer größeren Zahl von Keimlingen aus den verschiedenen Tribus
dieser Familie Kontrollversuche angestellt. Von jeder Art wurden
einige Exemplare in möglichst trockener, andere in sehr feuchter
Erde kultiviert. Es zeigte sich jedoch, daß bis zu dem erwähnten
Altersstadium sich noch nirgends wahrnehmbare anatomische Unter
schiede innerhalb des Zentralzylinders bemerkbar machten; auch
der Durchmesser desselben blieb bei dem verschiedenen Wasser
gehalt des Bodens ohne merklichen Unterschied. Trotzdem ist
aber stets auf möglichste Gleichartigkeit in den Wachstumsbe
dingungen der Keimpflanzen Rücksicht genommen worden. Sie
wurden zum größten Teil im Winter bei mittlerer Bodenfeuchtig
keit im Gewächshause kultiviert, nur wenige während des Sommers
im Freien.
Der Zentralzylinder behält trotz seiner bedeutenden Größen
unterschiede doch stets ein ziemlich konstantes Verhältnis zum
ganzen Wurzelquerschnitt bei, sodaß man aus der Dicke der Wurzel
durchschnittlich einen Schluß auf die Größe des Zentralzylinders
machen kann. Der Durchmesser des letzteren beträgt etwa den
dritten bis fünften, meist ungefähr den vierten Teil des Durch
messers der ganzen Wurzel. Handelt es sich um eine diarche
Wurzel, deren Zentralzylinder immer in der Richtung der beiden
Gefäßgruppen gestreckt ist, so ist auch meistens der ganze Wurzel
querschnitt mehr oder weniger elliptisch, jedoch stets weniger als
der zugehörige Zentralzylinder
Die Größe des Zentralzylinders schwankt von Gattung zu
Gattung und meist auch von Art zu Art. Die Extreme fanden
sich bei triarchen Wurzeln. So hatte der Zentralzylinder von

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