6 Petersen, Zur vergleichenden Anatomie des Zentralzylinders etc.
durch die sich diese Familie vor den meisten anderen auszeichnet,
versprach ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen einzelnen
Gattungen bezw. Arten abzugeben. Primäre Bastfasern in der
Wurzel finden sich übrigens außer bei den drei Gruppen der
Leguminosen nach den bisherigen Untersuchungen nur in wenigen
Fällen, so bei den Malvaceen (22), mehreren Cycadeen (16), bei
Anona und Celtis (17), während sie in den Wurzeln der Monocotylen
und Kryptogamen nie Vorkommen (22).
Von ähnlichen vergleichend anatomischen Wurzeluntersuchungen,
in denen die Papilionaceen berücksichtigt werden, kommen nur die
Arbeiten von van Tieghem (21) und Lohrer (12) in Betracht.
Während ersterer die noch im primären Altersstadium befindlichen
Wurzeln ziemlich ausführlich beschreibt, von einem Vergleich aber
absieht, legt Lohrer zwar das Hauptgewicht auf den Vergleich
der verschiedenen Wurzeln, berücksichtigt dafür aber sehr wenig
das primäre Stadium. Die Zahl der untersuchten Pflanzen ist in
beiden Arbeiten außerdem gering. Ein eingehenderes Studium auf
Grund eines reichlichen Untersuchungsmaterials erschien deshalb
nicht unangebracht.
Der vorliegenden Arbeit liegt eine Untersuchung von 139
Arten zugrunde, die sich auf 49 Gattungen verteilen.
I. Allgemeiner Teil.
Eine notwendige Vorbedingung für den Wert der Arbeit in-
bezug auf die Vergleichbarkeit der Wurzeln war eine gleichförmige
Behandlung derselben. Es wurde stets ein ganz bestimmtes Alters
stadium zur Untersuchung und zum Vergleich herangezogen, und
zwar die Zeit des Einsetzens der Kambiumtätigkeit, also ein Stadium,
in dem der primäre Bau der Wurzel als abgeschlossen zu be
trachten ist. Da nun aber gerade in dieser Wachstumsperiode oft
neue Charaktere auftreten, so erschien es notwendig, auch etwas
jüngere und ältere Stadien mit zu berücksichtigen. Es ist jedoch
auch nicht, gleichgiltig, wo die Querschnitte — nur solche werden
hier zum Vergleich dienen, Längsschnitte wurden nur in seltenen
Fällen ausgeführt — angebracht werden. Tn unmittelbarer Nähe
des Hypokotyls erscheinen sie meist wesentlich anders als weiter
von diesem entfernt, indem am basalen Ende der zentrale Raum
zwischen den Gefäßgruppen stets größer ist als in der ganzen
übrigen Wurzel, und der Übergang derselben in das hypokotyle
Glied sich auch auf andre Weise äußern kann (6 und 10), worauf
noch zurückzukommen sein wird. Für die vorliegende Untersuchung
wurde deshalb diese Übergangszone für die Anfertigung von Wurzel
querschnitten sorgfältig vermieden. Letztere wurden stets etwa
im mittleren Drittel der Wurzellänge ausgeführt, jedenfalls auch
nicht in zu großer Nähe oder gar innerhalb der Streckungszone
der Wurzel. Bis zum Eintritt der Kambiumtätigkeit in jener

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