Pet-ersen, Zur vergleichenden Anatomie des Zentralzylinders etc. 21
2) Ferner enthielt die Wurzel von Lupinus angustifolius zirka
vierzig Gefäße, die im Durchschnitt ein Lumen von 260 y 2 be
saßen und zusammen etwa den achten Teil des Zentralzylinders
ausmachten. — Dagegen zählte Lupinus polyphyllus nur sechzehn
Gefäße, die jedoch im Mittel eine Weite von 340 y 2 besaßen, zu
sammen aber nur den zehnten bis elften Teil des Zentralzylinders
repräsentierten. Bastfasern kamen bei letzterer Pflanze gar nicht,
bei ersterer nur in sehr geringer Zahl vor, sodaß sie hier kaum
berücksichtigt werden können. Dieses starke Zurücktreten der
Bastfasern ist ja, wie wir früher gesehen haben, für alle Lupinen
charakteristisch.
3) Es besaß weiter die diarche Wurzel der xerophilen Cytisus
nigricans fünfundzwanzig Gefäße von durchschnittlich je 105 y 2
Weite und reichliche Bastfasern. Der Gefäßteil nahm den achten,
die Bastfasern den zwölften, beide zusammen den fünften Teil des
Zentralzylinders ein. — Vergleichen wir hiermit eine triarche
Wurzel eines Hygrophyten, und zwar die von Lathyrus vernus:
Hier war nur der sechzehnte Teil des Zentralzylinders von Gefäßen
erfüllt, deren Zahl nur fünfzehn betrug. Die Weite derselben war
etwa dieselbe wie bei Cytisus nigricans.
Ähnlich liegen die Verhältnisse bei einer Reihe von anderen
Pflanzen.
Was also die Menge der Gefäße und Bastfasern anbetrifft,
so sieht man, daß eine Übereinstimmung mit den schon bekannten
Tatsachen vorhanden ist. Die beobachtete größere Englumigkeit
der Gefäße bei den Xerophyten steht zwar im Einklang mit der
erwähnten Angabe Warming’s, im Gegensatz jedoch zu den Be
funden Freidenfelt’s. Dieser Verfasser konnte nach seinen
zahlreichen, allerdings nie an jüngeren Keimwurzeln, sondern an
Wurzeln älterer Pflanzen vorgenommenen Untersuchungen eine mit
zunehmender Xerophilie zunehmende Weite der Gefäße feststellen
(7, p. 105). Worauf dieser Unterschied beruht, muß weiteren
Untersuchungen überlassen bleiben, zumal eine ausreichende Er
klärung für die verschiedene Weite der Gefäße wie für die Ver
holzung im allgemeinen noch nicht vorliegt.
In diese beiden extremen biologischen Gruppen gehörte jedoch
nur ein kleiner Teil der untersuchten Pflanzen hinein. Es kamen
sehr viele Wurzeln vor, die nicht von Xerophyten stammten und
doch mit xerophilen Wurzeln große Ähnlichkeit besaßen, was aber
nicht ohne weiteres als Widerspruch zu den bisherigen Angaben
angesehen werden darf, da hier eben ganz besondere Wachstums
bedingungen herrschen. Es handelt sich vor allen Dingen um
Pflanzen, die im Boden eine genügende Wassermenge zur Ver
fügung haben, deren Laub aber der freien Luftbewegung und der
Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist. Es sind hauptsächlich Wiesen
pflanzen oder auch Kletterpflanzen, die in freiliegenden Gebüschen
Vorkommen und durch ihre Klettertätigkeit ihr Laub der Belichtung
und Sonnenbestrahlung auszusetzen wissen, wie z. B. die meisten
Lathyrus- und Firn-Arten. Hesselmann (9, p. 485) hat nun
nachgewiesen, daß allgemein die Pflanzen an sonnenoffenen Stand-

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