Petersen, Zur vergleichenden Anatomie des Zentralzylinders etc. 17
breitete, unter dieser Zone dagegen nur kurze, zarte x ). Doch auch
die Ähnlichkeit in der anatomischen Struktur zwischen Keimwurzel
und Seitenwurzeln ist nicht immer vorhanden. Diarche Keim
wurzeln führen zwar stets auch diarche Seitenwurzeln (vergl. die
untenstehende Anmerkung). Die entsprechende Übereinstimmung
besteht meistens auch bei tetrarchen Keim wurzeln, jedoch kommen
hier scheinbar immer Ausnahmen vor. Bei den triarchen Keim
wurzeln dagegen sind die Verhältnisse so sehr variabel, daß man nur
in seltenen Fällen einigermaßen regelmäßig auch triarche Seiten
wurzeln findet; in den meisten Fällen sind diese abwechselnd tri-
und tetrarch, seltener scheinbar ausschließlich tetrarch, zuweilen
kommen auch einzelne diarche Seitenwurzeln vor.
Bastfasern sind gewöhnlich in relativ geringerer Zahl in
den Seitenwurzeln als in den zugehörigen Keimwurzeln vorhanden.
In sehr vielen Fällen führen erstere gar keine Fasern zur Zeit
des Beginnes der Kambiumtätigkeit, auch wenn sie in der Keim
wurzel zu dieser Zeit vorhanden sind. Später jedoch treten sie
auch in den Seitenwurzeln, wenigstens in den daraufhin unter
suchten Fällen, auf.
Die für die Keimwurzeln der Lupinen charakteristischen stark
glänzenden Bastfasern finden sich auch in den zugehörigen Seiten
wurzeln, und zwar treten sie hier meistens früher auf und sind
zugleich weitlumigerj was bei der Kleinheit der Seitenwurzeln be
sonders auffällt.
Die Zentralgefäße, die ausnahmslos in den Seiten wurzeln an-
getroffen werden, entstehen hier im allgemeinen früher als in der
Keimwurzel. Sein- oft sind sie beim Eintritt des sekundären
Wachstums voll ausgebildet, was, wie wir gesehen haben, in der
Keim Wurzel nie der Fall ist.
Die Schichtenzahl des Perikambiums vor den Gefäßgruppen
ist, der geringeren Größe der Seitenwurzeln entsprechend, hier
meistens kleiner als in der zugehörigen Keimwurzel. Ferner sind
die dort meist bestehenden Unterschiede in der Größe und Gestalt
der Perikambiumzellen in den Seitenwurzeln nur selten wahrnehmbar.
Bezüglich des Auftretens der Calciumoxalat-Kristalle besteht
dagegen die größte Übereinstimmung zwischen Keimwurzel und
Seitenwurzel. Nur wenn sie in jener vorhanden sind, trifft man
sie auch in dieser, und zwar dann an der entsprechenden Stelle.
Auch handelt es sich in beiden Fällen um dieselbe Kristallform.
Diese Übereinstimmung ist in bezug auf die Gerbstoff Schläuche
nicht vorhanden.
Zu erwähnen ist schließlich noch eine oft bei tetrarchen
Seitenwurzeln vorkommende Neigung zur bilateralen Symmetrie,
l ) Am basalen Ende der Keimwurzel von Lupinus albus innerhalb der
bereits erwähnten „Übergangszone“ fanden sieh zuweilen zwischen den normalen
zwei Doppelreihen noch einzelne andere Seitenwurzeln, die in größerer Zahl
dadurch hervorgerufen werden konnten, daß man die untere Hälfte der noch
jungen Keimwurzel abschnitt und letztere dann weiter wachsen ließ. Diese
Seitenwurzeln waren ziemlich zart und im Gegensatz zu den übrigen, die alle
diarch waren, ganz unregelmäßig gebaut, meist tri- und tetrarch.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.