10 P etersen, Zur vergleichenden Anatomie des Zentralzylinders etc.
in einer an die Endodermis angrenzenden einzelligen Schicht der
Rinde. Der erste Ort ist der weitaus häufigste.
Von den Elementen des Phloems zeigen auf Querschnitten
nur die Bastfasern merkliche Unterschiede, sodaß auch nur auf
diese Rücksicht genommen worden ist.
Die Strahlenzahl des Zentralzylinders hat auf das Auftreten
der Bastfasern keinen sichtlichen Einfluß. Eine Beschränkung der
selben auf die tri- und tetrarchen Wurzeln, wie sie De Bary
(1, p. 369) angibt, entspricht nicht den Tatsachen, man findet
Bastfasern scheinbar ebenso häufig in diarchen Wurzeln.
Zur Zeit des Beginns der Kambiumtätigkeit sind sie jedoch
nicht immer vorhanden. Gerade in dieser Wachstumsperiode sind
sie nämlich in sehr vielen Fällen im Entstehen begriffen, sodaß
zum Teil auch aus diesem Grunde ein etwas jüngeres und älteres
Stadium hat berücksichtigt werden müssen. Es scheint festzustehen,
daß auch diejenigen Wurzeln, die beim Beginn der Kambiumtätig-
noch keine Bastfasern besitzen, je nach Art und Gattung früher
oder später nach diesem Zeitpunkte in ihren Phloemgruppen doch
Bastfasern aufweisen, die nicht sekundären Ursprungs sind. Es
handelt sich also nur um zeitliche Unterschiede, die aber trotzdem
als anatomische und auch als systematische Merkmale nicht zu
unterschätzen sind.
Die Zahl der Fasern in einer Phloemgruppe wechselt inner
halb weiter Grenzen. Durchschnittlich wächst sie mit der Größe
des Zentralzylinders. In kleinen Wurzeln finden sich sehr häufig
nur vereinzelte Bastfasern, in großen kann ihre Zahl in einem
Phloemteil bis auf ca. 40 steigen (Pisum), meistens sind es jedoch
bedeutend weniger. Sie liegen stets an der äußeren Seite des
Phloems, dicht an dem dort oft mit Calciumoxalat-Kristallen ver
sehenen Perikambium, von dem sie nur durch einige kleinere Zellen,
abgeplattete oder zerdrückte Cribralprimanen, getrennt sind. In
jedem Phloemteil sind die Bastfasern, wenn es sich nicht um ganz
vereinzelte handelt, zu einer einheitlichen Gruppe vereinigt, die in
tri- und tretrarchen Wurzeln oft rundlich, meistens aber etwas
tangential gestreckt ist. Eine solche Streckung der Bastfaser
gruppen ist der länglichen Form des Zentralzylinders entsprechend
bei den diarchen Wurzeln besonders groß.
Die Lupinen bilden bezüglich der Bastfasern eine Gruppe
für sich. In den meisten Fällen finden sich hier zur Zeit des Ein
setzens der Kambiumtätigkeit überhaupt keine Fasern. Wenn sie
jedoch vorhanden sind, so handelt es sich immer nur um ganz ver
einzelte. Selten steigt ihre Zahl jederseits auf acht bis zehn
(L. angustifolius, L. luteus und L. pulchella). Sie bilden nie
kompakte Gruppen, sondern liegen stets einzeln, an der äußeren
Seite des Phloems in tangentialer Richtung verteilt, und unter
scheiden sich außerdem von den Bastfasern aller übrigen Papilionaceen
durch besondere Eigentümlichkeiten. Sie sind immer auffallend
stark abgerundet, meist genau kreisförmig, und wenig verdickt.
Vor allem aber zeichnen sie sich durch einen außerordentlich leb

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