8 Petersen, Zur vergleichenden Anatomie des Zentralzylinders etc.
Pisum sativum einen Durchmesser von 540 y. ■), derjenige von
Anthyllis vulneraria nur einen solchen von 95 y. Die Strahlenzahl
steht nicht in Beziehung zur Größe des Zentralzylinders, man
findet di-, tri- und tetrarche Wurzeln in jeder Größe.
Die Zentralzylinder mit mehr als zwei Gefäßgruppen sind im
großen und ganzen kreisförmig, doch finden sich nicht selten Ab
weichungen. Eine hei einigen tri- und tetrarchen Wurzeln häufig
vorkommende Unregelmäßigkeit ist eine Streckung des Zentral
zylinders, die in beiden Fällen mit einer ungleichmäßigen Aus
bildung der Gefäßgruppen verbunden ist, so bei Pisum, Lathyrus
Ochrus u. a. Ebenso trifft man sowohl bei triarchen wie tetrarchen
Wurzeln öfters eine Ausbuchtung des Zentralzylinders vor den
Phloemteilen, in anderen Fällen wiederum vor den Gefäßgruppen,
an. Je nach der Größe dieser Ausbuchtungen kommt also eine
mehr oder weniger drei- resp. vierecksähnliche Form des Zentral
zylinders zustande. Sehr deutlich und scheinbar konstant ist eine
Hervorwölbung vor dem Phloem bei allen Pkaseolus-Arten und bei
Vigna, wo jedoch auch meistens vor den vier Gefäßgruppen kleine
Ausbuchtungen vorhanden sind, die aber für die Form des Zentral
zylinders von geringerer Bedeutung sind. Nur Phaseolus multiflorus
macht eine Ausnahme, indem hier umgekehrt die Ausbuchtungen
vor den Gefäßgruppen — die später erwähnten „Zwischenstränge“
kommen hier nicht in Betracht — die weitaus größten sind. Deut
liche und scheinbar ziemlich regelmäßig vorkommende Ausbuchtungen
vor den Gefäßgruppen allein finden sich bei einigen Dolichos-Arten,
bei Trigonelia coerulea und vor allem bei Scorpiurus.
In geringerem Grade und zugleich weniger regelmäßig kommen
diese Eigentümlichkeiten noch in mehreren andern Fällen vor.
Wie schon erwähnt, sind die diarchen Zentralzylinder in der
Richtung der beiden Gefäßgruppen gestreckt, wenn auch das Ver
hältnis zwischen Quer- und Längsdurchmesser bei den verschiedenen
Arten und Gattungen sehr verschieden ist. Im allgemeinen gilt
die Regel: Je schmäler die Gefäßgruppen und je kleiner und
schmäler die Bastfasergruppen sind, desto gestreckter ist der
Zentralzylinder und umgekehrt. Ist dieser jedoch sehr klein, so
zeigt er eine besonders große Neigung zur Kreisform (Thermopis
montana, Oenista). Eine weitere Ausnahme bilden die sehr großen
Zentralzylinder von Lupinus luteus und L. angustifolius, die breite
Gefäßgruppen enthalten und doch mehr gestreckt sind als alle
kleineren Zentralzylinder anderer Lupinen, obgleich diese fast alle
bedeutend schmälere Gefäßgruppen aufweisen. Doch diese größere
Streckung der Zentralzylinder der großen Lupinenwurzeln scheint
allgemein zu sein, denn auch Lupinus albus, L. Oruckshanksii und
L. polyphyüus mit schmalen Gefäßgruppen zeigen eine ebenso
große Streckung wie L. angustifolius und L. luteus.
') Die in dieser Arbeit angegebenen, auf die Größe und Form des Zentral
zylinders, auf die relative Größe der Gefäß- und Bastfasergruppen, auf die
Menge und Weite der Gefäße bezüglichen Zahlen sollen nur Durchschnittswerte
angeben, die aber insofern ein gutes Bild von den tatsächlichen Verhältnissen
geben, als scheinbar nur geringe Schwankungen Vorkommen.

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